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Serengeti-Park

Serengeti-Park vermittelt zwei Breitmaulnashörner nach Mexiko

Der Serengeti-Park Hodenhagen beteiligt sich an einem internationalen Zuchtprojekt für Breitmaulnashörner: Die Weibchen Salma und Moana sollen in der kommenden Woche nach Mexiko reisen und künftig im Zoológico Guadalajara leben. Gemeinsam mit zwei Nashörnern aus französischen Zoos sollen sie dort eine neue Zuchtgruppe bilden.

Es ist nach Angaben des Serengeti-Parks der erste Transfer von Breitmaulnashörnern aus dem Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) von Europa nach Mexiko.

Serengeti-Park blickt auf mehr als 50 Jahre Nashornzucht zurück

Der Serengeti-Park ist Mitglied der European Association of Zoos and Aquaria (EAZA) und beteiligt sich mit seinen Breitmaulnashörnern am europäischen Erhaltungszuchtprogramm. Seit mehr als 50 Jahren züchtet der Park die Tiere. Insgesamt wurden dort bislang 55 Jungtiere geboren – nach Angaben des Parks ein europaweiter Spitzenwert für diese Nashornart.

Ein besonderer Meilenstein war die Auswilderung des im Serengeti-Park geborenen Nashornbullen Kai in Namibia in den 1990er-Jahren. Er war das erste in Europa geborene Breitmaulnashorn, das ausgewildert wurde. Parkinhaber und Geschäftsführer Dr. Fabrizio Sepe hatte das Projekt persönlich initiiert und begleitet.

„Ich kenne jedes Nashorn, das bei uns im Park geboren wurde, von seiner ersten Stunde an“, erklärt Sepe. Der Abschied von Salma und Moana sei deshalb auch für ihn persönlich bewegend. Zugleich sehe er in dem Transfer einen wichtigen Beitrag zum Aufbau einer neuen Zuchtgruppe. Seine Erfahrungen mit Kais Auswilderung hätten gezeigt, welche Bedeutung internationale Zusammenarbeit für den Artenschutz habe.

Vier Breitmaulnashörner bilden die neue Gruppe in Guadalajara

Neben den beiden Weibchen aus Hodenhagen gehören zwei weitere Tiere zur geplanten Zuchtgruppe. Die Nashörner und ihre Herkunft im Überblick:

Für die vier Tiere hat der Zoológico Guadalajara eine neue Nashornanlage gebaut. Nach ihrer Ankunft steht zunächst eine 30-tägige Quarantäne an. Anschließend sollen die Nashörner schrittweise zusammengeführt werden. Ziel ist eine langfristig erfolgreiche Zuchtgruppe, die zur Erhaltung einer gesunden und genetisch vielfältigen Population in menschlicher Obhut beiträgt.

Warum internationale Zuchtprogramme wichtig sind

Erhaltungszuchtprogramme koordinieren die Haltung und Zucht einer Tierart über einzelne Zoos hinaus. Im EEP werden die Tiere verschiedener Einrichtungen als gemeinsame Population betrachtet. Empfehlungen zum Austausch und zur Zucht berücksichtigen unter anderem Abstammung, Alter und die Zusammensetzung bestehender Gruppen.

Auf diese Weise können geeignete Zuchtpartner zusammengeführt und die genetische Vielfalt möglichst langfristig erhalten werden. Die neue Gruppe in Guadalajara erweitert die Möglichkeiten für die koordinierte Zucht von Breitmaulnashörnern und verbindet Einrichtungen in Deutschland, Frankreich und Mexiko.

Der Aufbau gesunder Populationen in menschlicher Obhut ist ein Baustein des Artenschutzes. Ebenso wichtig sind Forschung, der Austausch von Wissen über Haltung und Fortpflanzung sowie die Aufklärung über die Bedrohungen wild lebender Nashörner. Der Schutz ihrer natürlichen Lebensräume in Afrika bleibt unverzichtbar.

Was ist das Europäische Erhaltungszuchtprogramm (EEP)?

Die Abkürzung EEP steht für „EAZA Ex situ Programme“. Die Programme des europäischen Zooverbands EAZA dienen dem gemeinsamen Management von Tierpopulationen außerhalb ihres natürlichen Lebensraums. Fachleute dokumentieren unter anderem Abstammung und Bestandsentwicklung und geben Empfehlungen für Zucht und Tierwechsel zwischen teilnehmenden Einrichtungen.

Ziel ist es, langfristig gesunde und genetisch vielfältige Populationen zu erhalten. Je nach Tierart leisten die Programme außerdem durch Forschung, Wissensaustausch, Bildungsarbeit und die Unterstützung von Schutzprojekten einen Beitrag zum Artenschutz. Der Serengeti-Park Hodenhagen beteiligt sich nach eigenen Angaben mit insgesamt 54 Tierarten an EEP-Programmen.

Zuletzt aktualisiert am: 2026-10-15 18:35:01
Pressetext Serengeti-Park

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