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Helmut Fischer, Geschäftsführer des Erlebnispark Tripsdrill, im Interview

Helmut Fischer bei der Karacho-Eröffnung (v.l.n.r.: Hartmut Engler (Sänger der Erfolgsband Pur), Andreas Fischer, Dieter Fischer, Roland Fischer, Helmut Fischer, Benjamin Fischer, Fabian Fischer, Bürgermeister Thomas Vogl und Joey Kelly (Extremsportler und Musiker))
von links nach rechts: Hartmut Engler (Sänger der Erfolgsband Pur), Andreas Fischer, Dieter Fischer, Roland Fischer, Helmut Fischer, Benjamin Fischer, Fabian Fischer, Bürgermeister Thomas Vogl und Joey Kelly (Extremsportler und Musiker).

Die ersten aufregenden Wochen nach dem Startschuss der neuen Katapult-Looping-Achterbahn Karacho sind vorüber.

Wir von Freizeitpark-Welt.de durften bei der hervorragenden Eröffnungsfeier dabei sein (wir berichteten mit einem ausführlichen Karacho-Bericht) und bedanken uns herzlich für die sehr großzügige Gastfreundschaft, auch bei Helmut Fischer, einer der Geschäftsführer des Erlebnispark Tripsdrill. Nach der Eröffnung stand uns Helmut Fischer für einige Fragen zur Verfügung. Lesen Sie in unserem Interview was die Besucher im Erlebnispark Tripsdrill in Zukunft erwarten können und was das besondere Erfolgsgeheimnis des Unternehmens ausmacht. Darüberhinaus möchten wir auch auf das tolle Making-Of von Karacho hinweisen, dass der Erlebnispark Tripsdrill erst in der letzten Woche vorgestellt hat.

Aber nun erstmal: Viel Spaß mit dem Interview!

Das Interview

Freizeitpark-Welt.de:
Durch primäre Marktforschungsmaßnahmen in Ihrem Park, wobei die Besucher Lob und Tadel am "Vespergarten" abgeben können, kristallisierte sich der Wunsch nach einem Thrillride heraus, der nun mit Karacho realisiert wurde. Wie sind Ihre ersten Erfahrungen mit Karacho bezüglich Publikumsinteresse bei der neuen Thrillrider-Zielgruppe sowie technischer Zuverlässigkeit der Gerstlauer Achterbahn?
Helmut Fischer:
Wir sind sehr überrascht, wie toll die neue Katapult-Achterbahn "Karacho" bei unserem Publikum ankommt. Unter den ca. 70 % unserer Besucher, die eine Fahrt mit Karacho wagen, gibt es sogar viele "Wiederholungstäter", die einer zweiten und dritten Runde nicht widerstehen können. Das zeigt uns, dass sich eine Karacho-Fahrt durch ein angenehmes Fahrgefühl auszeichnet und diese Achterbahn somit nicht nur für Thrillrider sondern für die ganze Familie konzipiert wurde und von allen gerne angenommen wird.

Wir haben Gerstlauer Amusement Rides bereits vor 15 Jahren zugetraut, ihre 1. Achterbahn, die G'sengte Sau, für Tripsdrill zu bauen und können somit auf eine sehr lang bestehende und vertrauensvolle Beziehung zurückblicken. Gerstlauer baute in der Vergangenheit neben der G'sengten Sau bereits das Rundfahrgeschäft Gugelhupf, die Suppenschüssel-Bahn sowie die Züge, Lift, Bremsen und Schaltkästen der Holzachterbahn "Mammut" für Tripsdrill. Wir haben bis heute nur positive Erfahrungen gesammelt und wurden nach Fertigstellung von Karacho in unserer Entscheidung nochmals darin bestätigt. Karacho dreht seit knapp 6 Wochen non-Stopp ihre Runden, ohne dass die sonst üblichen Kinderkrankheiten aufgetreten sind.
Freizeitpark-Welt.de:
2013 wurde nicht nur Karacho eröffnet, sondern bereits im März die Gaudi Viertel Indoor Spielewelt. Sind für die Zukunft weitere überdachte Attraktionen geplant, wie z. B. eine kleine Indoor Themenfahrt mit der gewohnt genialen Tripsdrill Gestaltung?
Helmut Fischer:
Mit dem Gaudi-Viertel haben wir den ersten Schritt in Richtung Indoor-Attraktionen gemacht. Mittelfristig schweben uns schon verschiedene Ideen vor, wie wir einen Besuch in Tripsdrill noch wetterunabhängiger gestalten können. Konkrete Pläne gibt es allerdings noch nicht. Aber eins steht auf jeden Fall jetzt schon fest: Unserem typischen Tripsdrill-Stil in der Gestaltung bleiben wir auf jeden Fall treu.
Freizeitpark-Welt.de:
Das Wildparadies Tripsdrill ist neben dem Erlebnispark das zweite Standbein des Familienunternehmens. Ist mittel- oder langfristig als Ergänzung zum "schnauffenden Trullaner" eine zusätzliche Verbindung zwischen den beiden Destinationen angedacht? Möglicherweise durch eine Rodelbahn oder ähnliche verbindende Elemente?
Helmut Fischer:
Was eine weitere Verbindung zwischen dem Erlebnispark und dem Wildparadies betrifft, haben wir uns natürlich auch schon verschiedene Gedanken gemacht, die allerdings nicht in Richtung Rodelbahn gehen. Da der "Schnauffende Trullaner" jedoch sehr gut von unseren Besuchern angenommen wird, und viele auch den ca. 10-minütigen Spaziergang durch die blühende Natur genießen, ist eine Umsetzung nicht zwingend notwendig.
Freizeitpark-Welt.de:
Tripsdrill hat sich in der Branche mit der Schlüsselkompetenz Thematisierung ein sehr positives Image aufgebaut. Dabei kommt auch immer wieder Ihr Herz erfrischender Humor durch, wie z. B. bei der neuen "Kotztonne". Unsere User interessieren sich dafür, wer neben dem Themenparkplaner Emmanuel Mongon (Imaginvest, Paris) in der Familie oder im erweiterten Mitarbeiterkreis die Ideen und Einfälle für diese herausragende Gestaltung hat?
Helmut Fischer:
In Tripsdrill legen wir sehr viel Wert auf eine authentische Thematisierung unserer Attraktionen. Die Ideen kommen dabei von unserer Familie. Sobald wir einen konkreten Vorschlag haben, reichen wir ihn dann an unseren Themenparkplaner Emmanuel Mongon weiter, der sich im Anschluss mit der Konzeption befasst und die Idee ausarbeitet und auf Papier bringt bzw. uns das detail- und maßstabsgetreue Modell präsentiert. Die Thematisierung orientiert sich dabei natürlich immer an unserem Thema "Schwaben anno 1880". Somit schaffen wir Authentizität und einen regionalen Bezug, was unsere Attraktionen auszeichnet und in der Freizeitparkbranche einzigartig machen.
Freizeitpark-Welt.de:
In der Branche gibt es einen klaren Trend zum Resort, d. h. ein Freizeitparkbesuch inkl. Übernachtung, welcher möglichst Event-Charakter bieten sollte. In dieser Sparte sind Sie mit Ihren Baumhäusern sehr erfolgreich, die bereits weit im Voraus ausgebucht sind. Ferner stehen noch die Schäferwagen zur Verfügung, so dass sie mittlerweile 130 Gästen in Ihrem Natur-Resort-Tripsdrill einen Schlafplatz anbieten können. Sind in der Zukunft weitere Investitionen in diese Richtung geplant, um noch mehr überregionale Gäste anzulocken?
Helmut Fischer:
In der Tat haben wir bereits konkrete Pläne, im Bereich Übernachtungsmöglichkeiten weitere Investitionen zu tätigen. Uns schwebt zunächst vor, die Kapazität an Baumhäusern mehr als zu verdoppeln, um Tripsdrill weiter zu einer Kurzreisedestination auszubauen. Dadurch können wir noch mehr Gäste aus den umliegenden Bundesländern und Anrainerländern für einen Kurzurlaub in Tripsdrill gewinnen. Davon profitieren nicht nur wir, sondern natürlich auch die regionalen Beherbergungsbetriebe, mit denen wir schon immer sehr eng zusammenarbeiten.
Freizeitpark-Welt.de:
Ihre Jahreskartenbesitzer haben neben Ihrem Park kostenfreien Eintritt bei Ihren Partnern Isla Mágica in Spanien, im Familypark Neusiedlersee in Österreich und einmal pro Jahr im Freizeitpark Efteling in den Niederlanden. Außerdem berichteten Sie bei der Eröffnung von Karacho von Kooperationen mit Belantis sowie dem Auto und Technik Museum Sinsheim. Wie kann man sich, neben dem Austausch von Besuchern, eine derartige Zusammenarbeit vorstellen, wo Sie sich doch im hart umkämpften und Geheimnis hütenden Markt in einer Konkurrenzsituation befinden?
Helmut Fischer:
Wir sind sehr stolz darauf, mit den genannten Betrieben aus der Freizeitbranche eng zusammenzuarbeiten. Hier kann man weniger von einer direkten Konkurrenzsituation sprechen als vielmehr von einer "gegenseitigen Befruchtung". Wir werben füreinander und sorgen somit für einen Besucheraustausch. Zudem wird dadurch das Jahres-Pass-Angebot für Freizeitparkliebhaber noch attraktiver. Und was die von Ihnen angesprochenen Geheimnisse angeht – so wird auch trotz bestehender Partnerschaft so manches Geheimnis dennoch gut gehütet.

Karacho kommt auch bei den Besuchern bestens an!
Freizeitpark-Welt.de:
Sie arbeiten sehr eng und sehr gerne mit Ihren Neffen zusammen, die sukzessive in das Parkmanagement integriert werden. Welche Vor- und Nachteile hat eine berufliche Verbindung innerhalb der Familie in der Freizeitparkbranche?
Helmut Fischer:
Meine Neffen als auch meine Brüder und ich wurden in den Betrieb sozusagen hineingeboren und sind mit der Arbeit in Tripsdrill aufgewachsen. Eine familiäre Beziehung wie die unsere bringt den Vorteil mit sich, dass wir unser Wissen an unsere Nachkommen weitergeben können, da der Betrieb in den Händen der Familie Fischer bleibt. Zudem stärkt es in unserer Familie den Zusammenhalt, denn wir verfolgen ja alle ein gemeinsames Ziel.
Freizeitpark-Welt.de:
Sie engagieren sich seit mehreren Jahren in verschiedenen Funktionen international für die Freizeitparkbranche. Haben Sie als Freizeitparkfan einen Lieblingspark oder eine Lieblingsattraktion?
Helmut Fischer:
Selbst wenn ich einen hätte, ich würde es wohl nicht sagen (dürfen). Nein, im Ernst: ich versuche es immer mit Autos zu vergleichen: da gibt es auch Lieblingsautos für Rennstrecken, Stadtverkehr, Landpartien usw. Und so verhält es sich bei mir auch bei Freizeitparks: der eine hat eine tolle Atmosphäre, der andere fantastische Attraktionen und der dritte wiederum ist wunderbar thematisiert. Kurz gesagt: es gibt einfach zu viele Freizeitparks und Achterbahnen auf der Welt, die mich begeistern, als dass ich mich auf einen Liebling eingrenzen könnte.
Freizeitpark-Welt.de:
Tripsdrill kann stolz auf über 84 Jahre Tradition verweisen. Ihre historischen Wurzeln gehen sogar auf das Jahr 1798 zurück. In der Geschichte finden sich neben großer Erfolge wie der Altweibermühle auch einige Schicksalsschläge wie der Verlust von Eugen Fischer durch den Zweiten Weltkrieg oder dem Blitzschlag im Jahre 1946. Ihre Familie Fischer hat dennoch nie den Mut verloren immer weiter zu machen. Seit 1996 haben Sie und Ihre Brüder die Geschäftsführung von Ihrem Vater Kurt Fischer übernommen. In wie fern ist und bleibt er Vorbild für Tripsdrill?
Helmut Fischer:
Natürlich ist und bleibt uns unser Vater ein sehr großes Vorbild. Er hat Tripsdrill mit seinen ausgefallenen Ideen geprägt und es zu dem werden lassen, was es heute ist: ein origineller Freizeitpark von der Familie - für die ganze Familie! Er war es auch, der sich beim Wiederaufbau der Altweibermühle 1950 für den Gebrauch von natürlichen Materialien, wie z.B. Biberschwänzen von den Dächern alter Häuser, alten Sandstein, Eichenholz oder altes Kopfsteinpflaster entschied. Zudem ließ er beim Bau jeder Attraktion seine Liebe zum Detail miteinfließen. Daher möchten und werden wir auch Werte wie Qualität, Originalität, Tradition und Authentizität in Zukunft weiterverfolgen und den Erlebnispark Tripsdrill dementsprechend ausbauen.
Freizeitpark-Welt.de:
Freizeitpark-Welt.de feiert 2013 stolz sein zehn jähriges Bestehen mit einem riesigen Fantreffen im Holiday Park (u. a. mit über 50 Teilnehmern, Spaßaktionen, Konfettifeuerwerk, Interviews, 90 Minuten Extra Ride Time auf der Expedition GeForce sowie Backstageführungen). Einige Teilnehmer haben das Event privat verlängert und werden Sie in Tripsdrill am Sonntag, den 6. Oktober besuchen. Wie würden Sie versuchen, noch mehr Leute zu überreden, um am 6. Oktober bei Ihnen vorbeizuschauen?
Helmut Fischer:
Zunächst einmal nutzen wir die Gelegenheit, um Freizeitpark-Welt.de zu seinem 10-jährigen Jubiläum zu gratulieren. Wir möchten keinen Teilnehmer des Fantreffens in dem Sinne "überreden" nach Tripsdrill zu kommen - doch wer Lust hat, ist bei uns natürlich jederzeit sehr herzlich willkommen. Gerade im Oktober steht im Erlebnispark Tripsdrill alles unter dem Motto "Altweibersommer". Der Park wird mit Kürbissen, Erntewagen und Vogelscheuchen ganz im Zeichen des Erntedankfests herbstlich geschmückt und Ihre Fans können einzelne Attraktionen noch einmal ganz neu entdecken. Ein Besuch lohnt sich also in jedem Fall!
Freizeitpark-Welt.de:
In dieser Sommersaison bieten Sie im August noch einige besondere Aktionen an wie z. B. mittwochs und freitags die lehrreiche Exkursion ins Abendrot, oder die langen Sommer-Samstage, wo Sie bis 20:00 Uhr geöffnet haben und einen preisgünstigen Guten-Abend-Pass ab 16:30 Uhr anbieten. Gastfreundschaft wird bei Ihnen ohnehin groß geschrieben. Andere Parks verlangen bis zu 15,00 Euro Parkplatzgebühr, sie laden hingegen zum kostenlosen Parken ein. Was erwartet uns als Besucher im Oktober? Ist Halloween für Sie ein Thema?
Helmut Fischer:
Wie bereits erwähnt, veranstalten wir im Oktober den Altweibersommer – das verrückte Erntedankfest. Neben dem kostenlosen Parken, das übrigens während der gesamten Saison gilt, gibt es unter der Woche sogar noch einen Altweibersommer-Bonus: Wer im Oktober unter der Woche nach 13.00 Uhr kommt, erhält € 5,00 Ermäßigung auf den Tages-Pass. Da unser Thema "Schwaben anno 1880" ist, folgen wir dem Halloween-Trend nicht sondern feiern ganz traditionell das Erntedankfest mit unseren Besuchern.
Freizeitpark-Welt.de:
Wir bedanken uns herzlich dafür, dass Sie sich für uns Zeit genommen haben und wünschen Ihnen, Ihrer Familie und Ihrem Erlebnispark für die Zukunft alles Gute.

Torsten Jansen / Freizeitpark-Welt.de im August 2013