Zoo Berlin
Tierische Inventur im Zoo und Tierpark Berlin mit Licht und Schatten
Die Zoologischen Gärten Berlin blicken auf ein ereignisreiches Jahr 2025 zurück, das von Höhen und Tiefen geprägt war. Geburten, Jubiläen und Abschiede verdeutlichten im vergangenen Jahr eindrucksvoll die Vielfalt und Dynamik der Einrichtungen als Orte der Begegnung, Bildung und des Einsatzes für die Bewahrung biologischer Vielfalt.
Jungtiere in Zoo und Tierpark verzauberten Tierpfleger*innen, Online-Community und Gäste in Zoo und Tierpark gleichermaßen: Von einem Wurf zuckersüßer Otter-Vierlinge, über Zwillingen bei den Roten Pandas bis hin zu Erdferkel Frida und Flusspferd-Nachwuchs Willi Wackelöhrchen im Zoo war die Freude groß. Zudem feierten die Panda-Zwillinge Leni und Lotti im August 2025 ihren ersten Geburtstag. Doch wie die Geburt gehört auch der Tod zum Kreislauf des Lebens. Schweren Herzens musste sich der Zoo von bekannten Tierpersönlichkeiten verabschieden, besonders schwer fiel dies bei Giraffenbulle Max und Elefantenbulle Victor. Auch im Affenhaus war die Trauer um die beiden betagten Orang-Utans Mano und Bini groß. Die Zahlen aus 2025 unterstreichen die Vielfalt der Zoologischen Gärten der Hauptstadt eindrucksvoll: Im Zoo Berlin sind 21.930 Individuen aus 1.021 verschiedenen Tierarten Zuhause, hinzu kommen mindestens 200 heimische wild lebende Arten, Der Tierpark Berlin beherbergt 6.444 Individuen aus 632 Arten und mehr als 250 heimische wild lebende Tierarten, die sich in der weitläufigen Naturoase wohlfühlen.
Ein nostalgisches Highlight war das 70-jährige Jubiläum des Tierpark Berlin. Bereits im Frühjahr wurde die Ausstellung „70 Jahre Plakatkunst“ eröffnet, in der die jahrzehntelang gestalteten Plakate des Tierparks als kulturhistorische Spiegelbilder gezeigt werden. Parallel dazu lässt ein historischer Rundgang entlang zahlreicher Informationsstelen Gäste auf rund 40 Tafeln in die Entwicklung des Parks eintauchen.
Trotz dieser positiven Entwicklungen blieben die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen anspruchsvoll. Zu Beginn des Jahres 2025 mussten Zoo und Tierpark Berlin aufgrund eines Ausbruchs der Maul- und Klauenseuche (MKS) im Brandenburgischen Hönow vorsorglich für mehrere Wochen schließen. Die MKS gilt als hochinfektiös, der Schutz, der teils vom Aussterben bedrohten Tierarten hat, oberste Priorität. Diese ungeplante Schließzeit und die auch nach Wiedereröffnung anhaltenden Vorsichts- und Hygienemaßnahmen belasteten insbesondere den Tierpark wirtschaftlich spürbar. Darüber hinaus mussten der Zoo und der Tierpark mit zurückhaltender Besucherentwicklung und zugleich steigenden Betriebs- und Baukosten umgehen. „Die Rezension macht mit all ihren Auswirkungen auf die Kaufkraft unserer Gäste auch von Zoos und Tierparks nicht Halt. Wir spüren wie alle anderen Einrichtungen dieser Branche auch, die deutliche Zurückhaltung bei Unternehmungen in der Freizeit“, erklärt Zoo- und Tierparkdirektor Dr. Andreas Knieriem. „Das vergangene Jahr war für uns daher herausfordernd, aber wir blicken trotzdem optimistisch in die Zukunft. Zoos stehen nie still; sie entwickeln sich kontinuierlich weiter. Mit Projekten wie der neuen Netzanlage für Tiger und dem neuen Elefantenhaus setzen wir ein klares Zeichen für die Zukunft und zeigen, dass wir auch unter schwierigen Rahmenbedingungen vorausschauend handeln.“
Ausblick auf 2026 in Zoo und Tierpark Berlin
Ein zentrales Zukunftsprojekt für den Tierpark Berlin ist das neue Elefantenhaus das sich derzeit in der finalen Bauphase befindet. Auf rund 20.000 Quadratmetern befinden sich moderne Innen- und großzügige Außenbereiche. Dies ermöglicht ein zukunftsfähiges Haltungskonzept. Es wird im sogenannten Protected Contact gearbeitet, also ohne direkten körperlichen Kontakt zwischen Mensch und Tier. So wird bei der Betreuung ein respektvoller und sicherer Umgang zwischen Mensch und Tier gewährleistet, der immer auf der freiwilligen Basis der Tiere beruht. Ein spezifisch für Elefanten umgesetztes Konzept zur Verhaltensanreicherung – das sogenannte Behavioral enrichment - sorgt dafür, dass die Elefanten die bestmögliche Fürsorge erhalten. Das modernste Elefantenhaus Europas wird zum neuen Aushängeschild des Tierpark Berlin.
Auch im Zoo Berlin stehen in diesem Jahr wichtige Entwicklungen an. Zum Start der Saison werden die neuen Netzanlagen für die Tiger gegenüber dem Reich der Jäger fertiggestellt. Zudem wird noch in diesem Sommer die Modernisierung des Aquariums nach zahlreichen Verzögerungen abgeschlossen. Parallel wird das historische Antilopenhaus derzeit umfassend umgebaut: Noch im Frühling werden Okapis und eine neue Giraffenart einziehen.