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News Kategorie Event
2024-07-04 21:39:22 - 367 Aufrufe

Neues „Hidden History“-Konzept im Berlin Dungeon erleben

Aufklären und Menschen bewegen: Mit dem neuen Konzept „Hidden History“ beleuchtet das Berlin Dungeon verborgene Kapitel der Berliner Geschichte. Historische Persönlichkeiten und Ereignisse, die oftmals im Schatten standen, rücken so ins Rampenlicht und erhalten eine laute Stimme.

Die erste „Hidden History“-Show mit dem Titel „Codeword Lili“ schenkt dem Berliner LGBTQIA+ Pionier Magnus Hirschfeld mit seinen weltweit bedeutsamen Errungenschaften eine hochemotionale Bühne. Gesprochen wird die Hauptfigur – Magnus Hirschfelds Haushaltshilfe „Dorchen“ – in der immersiven Inszenierung von der bekannten Berliner Synchronregisseurin, Sprecherin und Schauspielerin Philippa Jarke. Die Sondershow „Codeword Lili“ läuft im Zeitraum 6. Juli bis 9. September 2024 und ist Teil der regulären Berlin Dungeon Tour.

Die Stimme von Philippa Jarke kennt fast jeder Mensch in Berlin. Denn sie spricht die Haltestellen-Ansagen in den Bussen und Bahnen der Hauptstadt. Als prominente Transfrau macht sie queeres Leben in Berlin sichtbarer. Im Berlin Dungeon sorgt Philippa Jarke nun für Gänsehaut: Die Gäste des Berlin Dungeon finden sich in der neuen Show „Codeword Lili“ im Jahr 1933 wieder. Die „Roaring 20’s“ hallen immer noch durch Berlin und es darf sich auf eine geheimnisvolle Kostümparty gefreut werden: Magnus Hirschfeld hat in sein Institut geladen! Nur ein Codewort verleiht Zutritt zu der Party – denn in Deutschland herrscht die NS-Diktatur und queere Menschen werden ausgegrenzt, diskriminiert und gedemütigt. Die Gäste werden über die Umstände der Zeit aufgeklärt und das audiovisuelle Show-Erlebnis beginnt.

Philippa Jarke schenkt dabei Dora „Dorchen“ Richter ihre Stimme. Dorchen war die erste namentlich genannte Person mit vollständiger, erfolgreicher geschlechtsanpassender Operation. Hirschfeld nahm seine Patientin als Haushaltshilfe auf, da Trans-Menschen nur sehr schwer Arbeit fanden. Doch ehe die Kostümparty losgeht, stürmen Studierende der Hochschule für Leibesübungen das Institut – sie haben es insbesondere auf die umfangreiche Bibliothek und wissenschaftlichen Sammlungen Hirschfelds abgesehen – doch auch Dorchen wird zum Opfer. Ihre verzweifelten Worte hallen durch den Raum: „STOP! All die Arbeit, der Fortschritt! All die Menschen, denen wir hätten helfen können!“ (…). Bevor die Show-Besucher*innen aus dem Institut fliehen, hören sie noch Dorchens letzte Worte...

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Foto: Berlin Dungeon

Der Arzt Magnus Hirschfeld gründete nicht nur das weltweit erste Institut für Sexualwissenschaft, sondern führte auch die weltweit erste geschlechtsangleichende Operation durch. Zudem war Hirschfeld der wichtigste Fürsprecher der Entkriminalisierung von Homosexualität und damit der Abschaffung von § 175 im 20. Jahrhundert. Trotz seiner großen gesellschaftlichen Relevanz ist er in Deutschland nur wenigen Menschen bekannt. Denn der Nationalsozialismus hat versucht, sein Wirken und Andenken systematisch zu zerstören. Um dies zu ändern, feierte Berlin in diesem Jahr erstmalig am 14. Mai den Magnus-Hirschfeld-Gedenktag.

Daniel Zschoke, General Manager des Berlin Dungeon, erklärt: „Es ist uns ein Anliegen, die Person Magnus Hirschfeld und seine Bedeutung für die queere Emanzipationsgeschichte und Sexualgeschichte einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Denn Wissen und Verständnis sind die Grundlagen für Akzeptanz und Gleichberechtigung. Mit unserer neuen Reihe „Hidden History“ wollen wir genau solchen Menschen eine laute Stimme verleihen, die bisher zu wenig Beachtung erfahren haben! Die emotionale Interaktion mit dem Publikum und Special Effects erhöhen die Immersion und machen Geschichte hautnah erlebbar.“

Der Starttermin von „Codeword Lili“ am 6. Juli wurde bewusst gewählt, da Magnus Hirschfeld sein Institut für Sexualwissenschaft exakt an diesem Tag vor 105 Jahren eröffnete. Zusätzlich zu der Show klärt das Team des Berlin Dungeon noch mit einer Ausstellung in den Räumlichkeiten der Attraktion auf.

Berlin Dungeon Ausstellung „Queer in Berlin“

Unter dem Titel „Queer in Berlin“ werden Hintergrundinformationen zu Magnus Hirschfeld, seinem Institut für Sexualwissenschaft, dem § 175, der Bücherverbrennung von 1933 sowie Dora „Dorchen“ Richter (gesprochen von Philippa Jarke) und Lili Elbe geboten. Wie auch Dora Richter unterzog sich Lili Elbe einer Geschlechtsumwandlung und zählte zu den Patientinnen von Hirschfeld. Lili Elbe erlangte durch den Film „The Danish Girl“ weltweite Bekanntheit. Gemälde und Fotografien, die Lili Elbe zeigen, rahmen die Ausstellung ein. Die Ausstellung „Queer in Berlin“ ist auf Deutsch und Englisch verfügbar und kann ebenfalls im Rahmen einer Berlin Dungeon-Tour besichtigt werden.

Quelle: PM Berlin Dungeon