
06. August 2026 - 43 Aufrufe
Artenschutz zum Anfassen im Serengeti-Park
Eingeladen von der Serengeti-Park-Stiftung, trafen sich kürzlich 25 Kinder und Jugendliche zum Mitmach-Event auf der großen Streichelwiese. Gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen des Parks versorgten sie die Tiere mit Futter. Die Deichschafe und Ziegen ließen sich die leckeren Häppchen nicht entgehen.
„Lernt unsere bedrohten Haustiere, die Leineschafe, persönlich kennen, helft beim Füttern und Pflegen und packt mit an im Artenschutz“, sagte Ruth-Maria Stecker, Biologin im Serengeti-Park und Leiterin der Zooschule des Parks. Sie berichtete, dass gezielter Artenschutz weltweit immer wichtiger werde. Die Serengeti-Park-Stiftung hat es sich zur Aufgabe gemacht, dort zu helfen, wo es am nötigsten ist.
Weltweit gibt es 6.500 anerkannte Nutztierrassen, von denen in den vergangenen hundert Jahren bereits zahlreiche ausgestorben sind. Es wird davon ausgegangen, dass jede Woche mindestens eine weitere Rasse verschwindet. Allein in Deutschland stehen mehr als 100 Rassen auf der „Roten Liste der gefährdeten Nutztierrassen“. Damit geht ein großer Teil der genetischen Vielfalt verloren. Insbesondere die Landwirtschaft spezialisiert sich auf wenige Rassen, die auf hohe Leistungsmerkmale gezüchtet wurden.
Alte Nutztierrassen zielten eher auf lange Lebensleistung und Robustheit ab und werden oft für Naturschutz- oder Bildungszwecke eingesetzt. Eine dieser seltenen Rassen ist das aus Südniedersachsen stammende Leineschaf, das 2013 von der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen zur „Gefährdeten Nutztierrasse des Jahres“ erklärt wurde. Die Serengeti-Park-Stiftung engagiert sich daher aktiv mit einer Herde für den Erhalt dieser bedrohten Schafrasse.
Kleine Tiere mit großen Aufgaben: Auch die Insektenwelt stand im Fokus des Mitmach-Tages. Insekten sind wichtige Bausteine der Nahrungskette, da sie Nahrungsgrundlage für eine ganze Reihe von Arten sind, als Bestäuber von Pflanzen für mehr Biodiversität sorgen und einen wichtigen Beitrag als natürliche Schädlingsbekämpfer leisten können. Aufgrund von Umweltverschmutzung und Lebensraumverlust gelten in Deutschland 42 Prozent der in den Roten Listen erfassten Insektenarten als gefährdet oder bereits ausgestorben.

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