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2022-07-06 11:43:22 - 774 Aufrufe

Wir machen Platz für den König: Start des Umbaus der Löwen-Außenanlage

Die Vorbereitungen zum Umbau der Löwen-Außenanlage sind mit dem Auszug von Junglöwe KIRON abgeschlossen. Jetzt starten die Arbeiten zur Umwandlung des großen Wassergrabens in Gehegefläche. Mit der Neugestaltung der Anlage entsteht ein Bereich mit optimalen Haltungsbedingen für die Tiere und hoher Aufenthaltsqualität auch für die Besucherinnen und Besucher.

Die Löwen im Frankfurter Zoo sollen mehr Platz bekommen. Um das Gehege zu vergrößern, wird die Fläche des ehemaligen Wassergrabens in die Außenanlage integriert. Die Größe der Anlage kann dadurch von bisher 495 m² auf über 1.000 m² mehr als verdoppelt werden.

„Ich freue mich sehr darüber, dass es jetzt losgeht“, sagt Dr. Ina Hartwig, Dezernentin für Kultur und Wissenschaft. „Die Asiatischen Löwen, aber auch die Besucherinnen und Besucher werden vom Umbau der Außenanlage profitieren, denn auch der Besucherbereich wird komplett umgestaltet. Dieses – noch vergleichsweise kleine – Bauprojekt wird sich deutlich positiv auf den Erlebniswert auswirken, und es zeigt, wohin wir bei der Zoogestaltung und der Verbindung zwischen Tier und Mensch wollen.“

Die Löwen-Außenanlage mit dem charakteristischen Felsen in der Mitte wurde 1955 eröffnet. „Vor 67 Jahren war die Anlage topmodern, vor allem durch den ungehinderten Blick auf die Tiere, die nur durch den breiten Wassergraben vom Besucherbereich getrennt waren. Allerdings waren die Löwen daher verhältnismäßig weit vom Besucherweg entfernt. Diese Distanz – die noch dazu auf Kosten der Fläche für die Tiere geht – wollen wir mit dem Umbau überwinden“, erläutert Zoodirektorin Dr. Christina Geiger.

Foto: Salome Roessler

„Mit dem Umbau ertüchtigen wir unsere Löwen-Haltung für die kommenden Jahre, denn wir wollen auch zukünftig in der Lage sein, Löwen im Rahmen von Erhaltungszuchtprogrammen zu züchten. Das ist wichtig, da alle Löwenarten in ihren Lebensräumen hochbedroht sind. Von den Asiatischen Löwen, die Art also, die wir halten, waren in der Natur nach Angaben der Roten Liste bedrohter Tierarten der Weltnaturschutz-Union IUCN über viele Jahre lediglich 350 Individuen gemeldet“, so Geiger. Aktuelle Zahlen aus Indien deuten auf eine positive Entwicklung der Population hin. So veröffentlichte der indische Premierminister Narendra Modi höchstpersönlich zum World Lion Day 2021 die Zahl von 674 Löwen in seinem Land. Ihr Lebensraum, der sich einst vom südlichen Kaukasus über den Nahen Osten bis Indien ersteckte, ist auf ein kleines Gebiet, den Gir-Nationalpark im Bundesstaat Gujarat, geschrumpft.

„Durch die geschickte Transformation des acht Meter breiten und drei Meter tiefen Wassergrabens in eine für die Löwen nutzbare Landschaft mit Sandplätzen, Felsen und abwechslungsreicher Bepflanzung, verdoppelt sich die Gehegefläche nahezu. Mit minimalen baulichen Eingriffen entsteht so eine sowohl für die Löwen, als auch für die Besucher äußerst attraktive Anlage“, sagt Jobst Jung vom Amt für Bau und Immobilien (ABI) der Stadt Frankfurt am Main, das die Baumaßnahme koordiniert.

Entsprechend dem dreistufigen Gehegerelief – Felsen, ebenerdig, Trockengraben – sind drei attraktive Besuchereinblicke geplant. Von einem erhöhten Holzpodest aus ist die gesamte Anlage gut zu überblicken. In einer tiefergelegten Grotte bieten große Glasscheiben einen direkten Einblick in den Graben. Der dritte Einblick ist auf Höhe des alten Gehegeniveaus geplant, ebenfalls durch große Glasscheiben. Für eine erfolgreiche Haltung und Zucht von Großkatzen wird nach modernen Standards auch im Außenbereich eine Anlage benötigt, die bei Bedarf in zwei abgeschlossene Bereiche getrennt werden kann. Auch diese Vorgabe wird beim Umbau berücksichtigt und damit eine wichtige Voraussetzung für die Zucht der Tierart erfüllt.

Mit dem Bau wurde die Landschaftsarchitektin Ariane Röntz beauftragt. Sie war unter anderem bereits am Bau der 2019 eröffneten Pinguinanlage beteiligt. Ihr zur Seite steht Harald Fay von Fay & Schlimbach Architekten, der ebenfalls bereits an Projekten des Zoos beteiligt war. Die Gesamtkosten für den Umbau belaufen sich auf 1,8 Mio. Euro. Die Stadt Frankfurt stellt rund 1,5 Mio. Euro bereit. Außerdem stehen Spenden und Drittmittel in Höhe von 313.000 Euro zur Verfügung – auch dank der Stiftung Zoo Frankfurt, die Planung und Bau mit 75.000 Euro unterstützt. „Dieses großartige Engagement ist überwältigend. Vielen herzlichen Dank an Alle, die dazu beigetragen haben, dass der Umbau der Löwen-Außenanlage jetzt starten kann“, so Geiger. Die Fertigstellung ist für das Frühjahr 2023 geplant.

Quelle: PM Zoo Frankfurt