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2018-06-17 07:55:37 - 450 Aufrufe

Sinnest├Ąuschungen in neuer Gehirn-Ausstellung

Es ist das komplexeste Organ, die Schaltzentrale f├╝r alle Handlungen und der Ursprung intelligenter F├Ąhigkeiten. Doch manchmal l├Ąsst sich unser Gehirn leicht austricksen, wie das LWL-Museum f├╝r Naturkunde in M├╝nster ab dem 29. Juni in seiner neuen Sonderausstellung "Das Gehirn - Intelligenz, Bewusstsein, Gef├╝hl" zeigt. Bei verschiedenen optischen T├Ąuschungen k├Ânnen die Besucher mitmachen und als Andenken ein Handyfoto mitnehmen. Zwei dieser T├Ąuschungen hat das Museumsteam selbst angefertigt: der sogenannte Ames-Raum und eine Illusionsmalerei.

Wer mit nur einem Auge durch das "Guckloch" in der Wand in den kleinen Raum schaut, bemerkt erst einmal nichts Besonderes. Es scheint sich um ein ganz normales Zimmer zu handeln, mit einer Wand im Hintergrund, auf der zwei Fenster zu sehen sind. Doch sobald sich zwei Menschen in die jeweils hinteren beiden Ecken stellen, setzt der Effekt ein: Ein Mensch erscheint riesig, der andere erscheint deutlich kleiner. Diesen Effekt k├Ânnen Fotokameras einfangen. Der Ames-Raum wurde nach seinem Entwickler Adelbert Ames Jr. benannt. Im Raum sind die W├Ąnde und Texturen trapezf├Ârmig verzerrt. Die rechte Wand ist wesentlich k├╝rzer als die linke, sodass die Ecken unterschiedlich weit vom Betrachter entfernt sind. Zudem steigt der Boden nach vorne an. Doch aus einer bestimmten Perspektive wirkt das Zimmer ganz normal und unserer Wahrnehmung bleibt nur ein Schluss: nicht der Raum ist verzerrt, sondern mit den Gr├Â├čen der Menschen stimmt etwas nicht.

Der Ames-Raum zeigt, wie unser r├Ąumliches Sehen funktioniert. "Das Bild was wir sehen entsteht erst im Kopf. Da wir mit nur einem Auge nicht dreidimensional sehen k├Ânnen, verl├Ąsst sich unser Gehirn auf seine Erfahrungen. Die besonderen Winkel und der gemalte Hintergrund unterst├╝tzen die Illusion", sagt Ausstellungsmacherin Dr. Julia Massier. "Zwei fast gleich gro├če Menschen wirken unterschiedlich gro├č." Eine besondere Herausforderung f├╝r die Schreiner des LWL-Museums und die Museumsmalerin Beatrix Clement war der Bau und die Bemalung des Raumes. Deshalb haben sie zuerst ein Modell angefertigt in dem sie die Winkel und die Perspektive im kleineren Ma├čstab genau festlegten. "Der Raum ist insgesamt sechs Meter lang und die H├Âhe variiert von 1,90 Meter bis 2,65 Meter. Da muss alles stimmen damit die Illusion gelingt", erkl├Ąrt Museumsschreiner Thomas Hemmerich.

Eine weitere Mitmachstation aus dem Bereich der Sinneswahrnehmung ist die "Dinosaurier-Illusion". Diplom Designerin Beatrix Clement hat einen Dinosaurier aufw├Ąndig auf eine Wand gemalt. Stellt sich ein Mensch davor und wird dabei fotografiert, sieht es so aus, als wolle der Dinosaurier durch eine T├╝r in den Raum hineinbrechen. "Damit die Illusion noch besser wirkt, wurde die ganze Wand bemalt. Verschiedene gemalte Materialimitationen, wie etwa eine Holzt├╝r oder Mauerwerk und Putz, sowie nat├╝rliche Schatten an T├╝r und Dinosaurier sind f├╝r die plastische Wirkung der wichtig", erkl├Ąrt Clement. Alle Besucherinnen der neuen Sonderausstellung k├Ânnen dann selbst ausprobieren, ob sie den Dino noch aufhalten k├Ânnen.

Foto: LWL-Museum für Naturkunde Münster
Alle Museumsg├Ąste k├Ânnen genau wie Ausstellungsmacherin Dr. Julia Massier einmal selbst probieren dem Dino der Illusionsmalerei den Weg zu versperren.

Hintergrund zur Ausstellung

Das Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) in M├╝nster zeigt ab dem 29. Juni 2018 die Sonderausstellung "Das Gehirn - Intelligenz, Bewusstsein, Gef├╝hl". Auf 1.200 Quadratmetern lernen Besucherinnen die anatomische Vielfalt und die enormen Leistungen dieses komplexen Organs kennen. Im Gehirn werden s├Ąmtliche Reize verarbeitet. Die Pers├Ânlichkeit formt sich, Gef├╝hle entstehen, Pl├Ąne werden geschmiedet und Traumwelten erschaffen. Im Fokus der Ausstellung stehen neben dem Menschen die k├╝nstliche Intelligenz und die Welt der Tiere. Die Ausstellung ist dank Brailleschrift, vielen Mitmachstationen, einem speziellen, mehrsprachigen Audioguide und Tastmodellen f├╝r Menschen mit Sehbehinderung genauso geeignet wie f├╝r Sehende oder f├╝r h├Ârbehinderte Menschen. Begleitend zur Ausstellung werden museumsp├Ądagogische Programme f├╝r Kinder und Jugendliche sowie F├╝hrungen f├╝r Erwachsene, Vortr├Ąge und Literarische Rundg├Ąnge angeboten.

Foto: LWL-Museum für Naturkunde Münster
Die optische T├Ąuschung im Ames-Raum suggeriert dem Gehirn enorme Gr├Â├čenunterschiede, wo in Wirklichkeit keine sind.

Quelle: PM Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)

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