
16. August 2026 - 137 Aufrufe
Wasser marsch: Zoo Osnabrück eröffnet ersten Nebelspielplatz Deutschlands
Das Jubiläumsjahr des 90. Geburtstags vom Zoo Osnabrück fand am Samstag, 15. August 2026 seinen Höhepunkt mit der Eröffnung der „Sparkassen-Auenlandschaft“. Im 1.000 Quadratmeter-Areal mit Erholungscharakter finden Besucher in Zukunft Abkühlung in einer der größten öffentlich zugänglichen Kühlnebelanlagen Deutschlands. Ermöglicht wurde die Realisierung durch Förderungen der Stiftung der Sparkasse Osnabrück, der Stiftung der Sparkassen im Landkreis Osnabrück oder Spenden der Prowind GmbH.
Der Zoo Osnabrück feiert in diesem Jahr seinen 90. Geburtstag. Besucher konnten bereits seit dem 9. August bei ihrem Zoobesuch an verschiedenen kostenfreien Aktionen teilnehmen. Den Höhepunkt fand das Zoojubiläum am Samstag, 15. August zunächst mit einem Festakt, der in der Eröffnung der Sparkassen-Auenlandschaft gipfelte. Nach Grußworten der Oberbürgermeisterin Katharina Pötter, Reden von Zoopräsident Dr. E.h. Fritz Brickwedde und Zoogeschäftsführer Philipp Bruelheide hielt Dr. Andreas Knieriem, Direktor von Zoo, Tierpark und Aquarium Berlin, einen Impulsvortrag. Anschließend trat er in einen Dialog mit Tobias Klumpe, Zoologischem Direktor des Zoo Osnabrück. Untermalt wurde die Veranstaltung mit Musikstücken der Stadtstreicher und moderiert von Lisa Simon.
Weltweit stärkste Nebelanlage in Zoos
Im Anschluss an den Festakt machten sich die rund 200 Gäste auf den kurzen Weg des unter.Bau im Museum am Schölerberg zu der neuen Auenlandschaft, um die Eröffnung zu feiern. Das Areal befindet sich auf der Fläche der ehemaligen Seelöwenanlage. „Ich freue mich sehr, gemeinsam mit Ihnen dieses Areal zu eröffnen – hier verbinden wir Erholung, Artenschutz und modernste Technik“, berichtete Zoogeschäftsführer Philipp Bruelheide. „Dass es zum 90. Zoojubiläum realisiert werden konnte, ist wirklich großartig und nur dank der umfangreichen Unterstützung durch private Spenden, unsere Sponsoren und Förderungen durch Stiftungen möglich“, so Bruelheide weiter. Die Realisierung der Auenlandschaft finde planmäßig in mehreren Schritten statt. „Wir haben so geplant, dass wir recht schnell eröffnen können, und dann, je nach Förderungen und Spenden sukzessive Gestaltung und Angebot der Landschaft erweitern können“, erklärte Bruelheide das Vorgehen. „Doch bereits jetzt können wir im ersten Schritt den ersten, klar als solchen gestalteten Nebelspielplatz Deutschlands eröffnen. Mit der wohl weltweit stärksten begehbaren Nebelanlage in Zoos bieten wir den Besuchern ein grandioses Erlebnis.“ Für den ersten Schritt waren 300.000 Euro nötig. Unterstützer der ersten Stunde ist Johannes Busmann, Geschäftsführer der Prowind Gruppe, die mit 50.000 Euro der erste Großspender war. Zudem hat er den Start mit weiteren Spenden aktiv beworben. Auch die Sparkassen-Stiftungen fördern die Realisierung des Areals. „Wir sind sehr dankbar über die große Fördersumme der Stiftung der Sparkasse Osnabrück sowie der Stiftung der Sparkassen im Landkreis Osnabrück über insgesamt 200.000 Euro. Daher freue ich mich auch besonders, den Namen ‚Sparkassen-Auenlandschaft‘ verkünden zu dürfen", so Bruelheide.
Oberbürgermeisterin der Stadt Osnabrück und Kuratoriumsvorsitzende der Stiftung der Sparkasse Osnabrück Katharina Pötter, Landrätin und Stiftungsratsvorsitzende der Stiftung der Sparkassen im Landkreis Osnabrück Anna Kebschull sowie Vorstandsvorsitzender beider Stiftungen André Schüller vertraten den Namensgeber bei der Eröffnung. „Wir freuen uns sehr, gemeinsam mit beiden Stiftungen dazu beizutragen, dass Familien im Zoo Osnabrück künftig einen Platz zum Entdecken, Verweilen und Abkühlen haben. Dieser besondere Ort zeigt deutlich, dass starke Partnerschaften und Investitionen in solche Projekte nicht nur heute Freude bringen, sondern die Attraktivität des Zoos und damit unserer Region langfristig stärken“, erklärte André Schüller. „Es ist toll, den Zoo immer wieder bei neuen, außergewöhnlichen Projekten zu begleiten und zu sehen, wie er sich weiterentwickelt. Wir unterstützen hier an genau der richtigen Stelle“, so Katharina Pötter. „In unserem Zoo werden Spaß, Naturerlebnis, Tierbeobachtung und Lernen zu einem Ganzen. Genau das ist eine unserer großen Stärken. Die neue Auenlandschaft ist dabei wie die Kirsche auf der Torte“, ergänzte Anna Kebschull.
Johannes Busmann, Geschäftsführer der Prowind GmbH, beschreibt eine ganz besondere Verbundenheit zur Auenlandschaft: „Die Auenlandschaft steht für mich symbolisch für eine sozialverantwortliche und naturverbundene Kraftquelle, aus der heraus Bedrohungen wie aktuell dem Klimawandel erfolgreich begegnet werden kann.“ Zur Eröffnung hielt er eine weitere Überraschung bereit: Während der Jubiläumswoche verkauften Mitarbeitende der Prowind GmbH Waffeln. Der Erlös von 220 Euro wird an die Auenlandschaft gespendet.
Moderne Hochdruckdüsen und alte Tierrassen
Besucher werden in der Sparkassen-Auenlandschaft über einen gepflasterten Weg durch das 1.000 Quadratmeter großen Areal geführt – bereits dieser sei besonders, wie Sebastian Benstein, Bereichsleiter Business Operations, erklärte. „Dank der organischen Form der Pflastersteine kann mehr Wasser versickern als bei üblicher Pflasterung.“ Die gepflasterte Fläche in Form eines Auges hält besonders für die jüngeren Besucher noch einen besonderen Spaß bereit: Aus 180 Hochdruckdüsen wird Wasser feinstvernebelt und kühlt die Umgebung spürbar ab. „Je nach Witterungssituation entstehen beeindruckende Nebelbilder – jedes Mal ein wenig anders“, berichtete Benstein. Die Nebelanlage, die auf Flächen von 2 mal 2 Metern und 5 mal 5 Metern für Abkühlung sorgt, ist eine der modernsten ihrer Art im deutschen Freizeit- und Zoobereich. Ebenfalls fließt ein 30 Meter langer Bachlauf durch die Sparkassen-Auenlandschaft und auch eine an Auen angelehnte Bepflanzung folgt in den nächsten Wochen und Monaten. Zahlreiche Liegestühle, teilweise gespendet von Zoosponsoren, bieten Möglichkeiten zum Verweilen. Auch große Steine vom Piesberg agieren als Sitzmöglichkeiten.
„Moderne Zoos sind zu vier Hauptaufgaben verpflichtet: Artenschutz, Forschung, Bildung und Erholung“, wusste Zoopräsident Dr. E.h. Fritz Brickwedde. „Die Sparkassen-Auenlandschaft erfüllt mit Artenschutz, Bildung und Erholung gleich drei dieser Aufgaben. Auch wenn augenscheinlich der Fokus auf der Erholung liegt, können Besuchern ‚ganz nebenbei‘ einiges über das Ökosystem Aue lernen und Tiere beobachten.“ Noch leben zwar keine Tiere in der Sparkassen-Auenlandschaft, doch das werde sich bald ändern, wie Tobias Klumpe, Zoologischer Direktor, berichtete: „In Kürze werden Ouessantschafe und Brahmahühner einziehen. Beides sind besonders interessante, alte Tierrassen und mit den Schafen können Kinder in Zukunft voraussichtlich auch behutsam in Berührung kommen.“ Möglich gemacht wurde die Anlage der Ouessantschafe durch die Förderung der Haarmann-Stiftung Natur und Umwelt über 40.000 Euro. Der Förderverein Osnabrücker Zoo e.V. fördert den Bau der Hühner-Anlage mit 20.000 Euro. Die Anlagen werden in den nächsten Wochen von Zoohandwerkern errichtet, sodass die Tiere sie noch in diesem Jahr beziehen können. „Wer es nicht erwarten kann, die Tiere in der Sparkassen-Auenlandschaft zu entdecken, kann zumindest die Ouessantschafe schon ‚aus der Ferne‘ beobachten – sie leben übergangsweise auf der ehemaligen Anlage der Kleinen Kudus, nahe der Nashörner“, so Zoologischer Direktor Tobias Klumpe.
Gemeinsam gaben die Verantwortlichen den Startschuss der besonderen Art für die Sparkassen-Auenlandschaft: Mit dem Drücken eines Buzzers schoss Wasser durch die Hochdruckdüsen und baute eine Nebelwand auf und das Wasser im Bett des 30 Meter langen Bachlaufs begann zu fließen. Einen Ausklang fand der Abend mit einem Konzert der Stadtstreicher. Die Sparkassen-Auenlandschaft ist ab Sonntag, 16. August für Besucher geöffnet.

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