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News Kategorie Sonstiges
2024-06-12 22:30:38 - 964 Aufrufe

Vier Tage in der PortAventura World - Teil 2: Ferrariland und der Costa Caribe Aquapark

Von Andrej Woiczik

Im zweiten Teil besucht Andrej das Ferrariland mit Europas höchster Achterbahn Red Force und den Wasserpark Caribe Aquatic.

Ferrari Land

Am 06. April 2017 wurde das Ferrari Land eröffnet. Insgesamt ist das Gelände vom Ferrari Land 70.000 Quadratmeter groß und besitzt 11 Attraktionen. Entwickelt und konzipiert wurde Ferrari Land von PGAV Destinations. Ferrari Land ist nicht nur Europas erster Ferrari Park, sondern weltweit auch der zweite seiner Art. Der erste befindet sich mit der Ferrari World in Abu Dhabi.

Der Park hat sich als Ziel gesetzt, die erfolgreiche Geschichte von Enzo Ferrari den Gästen neu zu erzählen. Neben klassischen Attraktionen wie Achterbahnen oder Simulatoren, gibt es viele Dinge im Park über Technologien zu lernen. Eingebettet ist alles mit einer liebevoll gestalteten italienischen Thematisierung. So findet man das Geburtshaus von Enzo Ferrari im Park oder aber auch den Markusturm aus Venedig.

Der Mittelpunkt vom Ferrari Land ist die “Ferrari Experience”, das Gebäude hat auch die Silhouette eines Rennwagens von Ferrari. Darin befindet sich eine Geschichte über den italienischen Hersteller. Neben der Ausstellung findet man mit „Flying Dreams“ und „Racing Legends“ zwei Attraktionen in der „Ferrari Experience“. „Flying Dreams“ ohne Zweifel die Bedeutendere von den beiden. Es handelt sich dabei um ein Flying Theater aus dem Hause Brogent und Mousetrappe. Der Film spielt in mehreren Schauplätzen auf der Welt verteilt und zentrales Merkmal sind die Ferrari Wagen. Besonders der Anstellbereich weiß durch, toll eingesetztes Project Mapping zu gefallen. Hinter „Racing Legends“ verbirgt sich ein Simulator, bei dem die Besucher ihre Fahrfertigkeiten unter Beweis stellen können.

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Foto: Andrej Woiczik | Attraktion: Maranello Grand Race

“Red Force” Europas schnellste und höchste Achterbahn

Hauptattraktion ist ohne Zweifel „Red Force“, Europas schnellste und höchste Achterbahn von Intamin. Der Wagen beschleunigt innerhalb von 5 Sekunden von 0 auf 180 km/h, um dann einen 90 Grad Anstieg auf 112 Meter zu durchfahren. Oben angekommen geht es diese 112 Meter wieder hinunter. Hört sich nicht spannend an, aber der Streckenverlauf ist auch nicht das Highlight. Wie der Name „Red Force“ schon vermuten lässt, sind die Beschleunigungskräfte das eigentlich Highlight der Bahn.

Während unseres Besuchs an einem Sonntag (der Park war von 17.00-22.00 Uhr geöffnet) lagen die Wartezeiten bei den wenigen Attraktionen bis 21.00 Uhr bei durchschnittlich 40 Minuten, bei Red Force 60 Minuten. Der Park war mittelmäßig mit Parkbesuchern gefüllt und die Sonne strahlte wie jeden Tag während unseres Aufenthalts bei um die 25 Grad. Als der Park um 16.45 Uhr öffnete (15 Minuten früher als ursprünglich vom Park aufgeführt) gingen wir ohne Fast Pass (zur Reserve lagen aber unsere Drei im Portemonnaie) direkt zu Red Force. Mit zwei kurzen „Down-Phasen“ warteten wir dort 45 Minuten. Kurz vor unserem Essen im Ristorante Cavallino (das Essen dort war sehr gut) unternahmen wir unsere zweite Fahrt des Tages, nunmehr mit Fastpass (28 Euro als Hotelgast pro Person für 6 Fahrattraktionen) und hatten nur vier Adrenalin-Junkies vor uns, aber auch eine längere Down-Phase von 15 Minuten. Ich persönlich hatte diese Fahrt schlechter in Erinnerung. Uns hat sie „umgehauen“. Die Beschleunigungskräfte sind schon außergewöhnlich. Wir Drei waren begeistert. Ein Highlight in Europa, wie übrigens zahlreiche Fahrgeschäfte in diesem Resort, welche ehemalige oder noch aktuelle Bestmarken vorweisen können. Neben einem Video von der Fahrt wurden auch noch zwei Fotos gekauft. Gekauft haben wir übrigens auch noch „einige Dinge“ im Ferrari-Store. „Racing Legends“ hat uns nicht so begeistert. Mit und ohne Fastpass erstens lange Wartezeit (30-40 Minuten) auf Grund schlechter Abfertigung eine Katastrophe, ebenso die Simulator Fahrt. „Flying Dreams“ und „Maranello Grand Race“ haben uns sehr gut gefallen. Ebenso fanden wir „Junior Red Force“ und „Thrill Towers“ nicht schlecht. Schade, dass an unserem Besuchstag keine Show stattgefunden hat. 3 Shows mit Acrobatic Show Ferrari Land, Folklore Italiano und Rondo Veneziano finden ansonsten im Ferrari-Land statt. Kurz vor 22.00 Uhr haben wir den Park mit einem zufriedenen Gefühl verlassen.

Wasserpark Caribe Aquatic

Der PortAventura Caribe Aquatic Park ist ein 4ha großer Wasserpark, der sich direkt neben dem PortAventura und dem Ferrariland befindet und zusammen mit den Parks sowie den angeschlossenen Hotels das PortAventura Resort bildet. Der Wasserpark wurde bereits 2002 eröffnet, damals noch unter Regie von Universal. Da Universal sich später zurückgezogen hat, wurde der Wasserpark bereits mehrmals in seiner Geschichte umbenannt, wenn auch immer nur marginal. Bevor wir ins Ferrari-Land gegangen sind (mit Zwischenstopp in unserem 400 Meter entfernten Hotel) genossen wir den Aufenthalt von 10.45 Uhr (Parköffnung) bis 15.30 Uhr. Die Sonne strahlte, aber leider war das Wasser der Pools und Rutschen nicht so gut temperiert wie in Rulantica oder Vulcano Bay. Nach einer netten Lazy River Fahrt „El Río Loco“ ging es mit wenigen Minuten Wartezeit (bis 14.00 Uhr höchstens 5 Minuten, danach 15-20 Minuten) zuerst auf „Barracudas“ und anschließend auf „El Torrente“. Das Rutschenangebot im Wasserpark Caribe Aquatic ist aber überschaubar, wenn gleich es neben den aufgeführten Rutschen noch einige mehr gibt, welche wir im Laufe des Tages auch noch größtenteils getestet haben. Aber kein Vergleich zu den aufgeführten Wasserparks im Europa Park Resort oder bei Universal Orlando oder Singapur.

Aber die erstklassige Thematisierung dieses Wasserparks lässt dieses Manko schnell verblassen.

Fazit

Bevor demnächst noch ein weiterer Artikel (Bericht) aus der PortAventura World zum Thema: 30 Jahre PortAventura 2025 & Universal erscheinen wird, können wir dennoch ein Fazit ziehen. Wer gleich ein paar Tage die spanische Sonne genießen will, sollte das Resort nicht außer Acht lassen. Im letzten Jahr haben über 5,5 Millionen Besucher dieses Freizeitpark-Resort besucht und damit zählt es zu den größten Drei in Europa. Leider ist es deutschsprachigen Freizeitparkfans fast gänzlich unbekannt. Von den ausländischen Gästen sind vor allen Engländer und Franzosen anzutreffen und vor dem Ukraine-Krieg Russen.

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Foto: Andrej Woiczik
Abends entfaltet sich eine besondere Stimmung

So hat der Park zur Hauptsaison (diesmal ab dem 22. Juni) bis tief in die Nacht auf und bietet von tollen Abendshows bis hin zum obligatorischen Feuerwerk eine Menge. Zusätzlich können die Besucher den angegliederten Wasserpark Caribe Aquatic oder das Ferrari-Land besuchen. Und wem es jetzt noch langweilig ist, der muss dann vielleicht eine Fahrt ins benachbarte Barcelona unternehmen.

Fahrgeschäfte und Shows gibt es in einer großen Vielfalt. Die Thematisierung ist über jeden Zweifel erhaben, vor alle Dingen Polynesien ist sensationell thematisiert (wohl einer der schönsten Themenbereiche in europäischen Freizeitparks) und man wartet nur darauf, bis ein Eingeborener aus der Südsee um die Ecke biegt. Preis/Leistung haben aus meiner Sicht derzeit hier das beste Angebot in einem europäischen Freizeitpark-Resort, wenn man ein Mehrtagesticket oder noch besser ein vergünstigtes Hotel/Essen/Eintrittspaket nimmt. Ansonsten ist der Tageseintritt eher im oberen Bereich angesiedelt. Die Freundlichkeit der Mitarbeiter*Innen im Hotel & Parks hat sich stark verbessert. Seit 2004 (damals noch Universal) besuchten wir bislang sechs Mal dieses Weltklasse-Resort. Es entwickelt sich stetig positiv weiter. Natürlich gibt es auch die aufgeführten Kritikpunkte, aber insbesondere die Abfertigungsproblematik an den Fahrgeschäften im PortAventura Park hat sich seit dieser Saison stark verbessert. Dennoch ist noch Luft nach oben.

Wir haben in zwei unterschiedlichen Hotel-Restaurants und fünf unterschiedlichen Restaurants in den Parks gegessen und bis auf eine Ausnahme (La Cantina) war das Essensangebot und die Qualität sehr gut. Leider fiel eine geplante und bereits gebuchte (und vom Resort bestätigte) Reservierung im tollen Bora-Bora Restaurant am vorletzten Urlaubstag der leider schlechten Kommunikationspolitik des Resorts zum Opfer. Als wir um 13.45 Uhr vor dem Restaurant standen, war dieses geschlossen. Weder per App noch per Mail wurden wir darüber informiert. Sehr schade.

Nach dem Europa-Park zählt für mich persönlich dieses Freizeitpark-Resort zum meiner Nummer 2 in Europa. Bestimmt werden wir in den kommenden drei Jahren dort einmal wieder zu Gast sein.

Quelle: Andrej Woiczik