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News Kategorie Neuheit
04. Februar 2026 - 49 Aufrufe

Zoo Frankfurt: Neue Innenanlage für Große Ameisenbären und Riesentukane

Bislang waren die Großen Ameisenbären nur zu sehen, wenn sie über ihre Außenanlage im Ukumari-Land streiften. Jetzt lassen sie sich auch in der neu gestalteten Innenanlage im Eingangsbereich des Zoos beobachten. Mit einem Riesentukan ist dort auch eine für den Zoo Frankfurt neue Vogelart eingezogen.

Noch bevor man den Zoo betritt, lohnt sich ein Blick in die neu gestaltete ehemalige Brüllaffen-Anlage im Kassenbereich. Hier lebt neben Großen Ameisenbären nun auch ein farbenprächtiger Riesentukan.

„Durch die Umgestaltung und Neubesetzung der Anlage wird man jetzt bereits im Eingangsbereich von gleich zwei erstaunlichen Tierarten auf den Zoobesuch eingestimmt“, sagt Dr. Ina Hartwig, Dezernentin für Kultur und Wissenschaft. „Der Umbau war nicht unkompliziert und ein gutes Beispiel dafür, wie die speziellen Anforderungen der unterschiedlichen Tierarten die Gestaltung der Anlagen im Zoo bestimmen. Dass der Zoo hier sozusagen um das Wohl der Tiere herumbauen konnte, ist nicht zuletzt dank der Spenden der zahlreichen Tierpatinnen und Tierpaten möglich gewesen. Dafür möchte ich mich im Namen des Zoos herzlich bedanken“, so Hartwig.

Die ehemals für Südamerikanische Brüllaffen konzipierte Anlage wurde eigens für die Bedürfnisse der Ameisenbären und der großen Spechtvögel umgestaltet: So mussten das Bodenniveau angehoben, ein Wasserbecken angelegt und neue Durchgänge in die Außenanlage eingebaut werden. Außerdem wurde die Anlage vollkommen neu bepflanzt und mit Stämmen und Ästen für die Vögel ausgestattet.

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Foto: Zoo Frankfurt

Große Ameisenbären sind Einzelgänger, die nur in der Paarungszeit zusammenkommen. „Unsere INES versteht sich gut mit Männchen FALIN, dennoch wird nur einer von ihnen die neue Anlage bewohnen, gegebenenfalls im Wechsel, genauso, wie sie die große Außenanlage abwechselnd nutzen. Im rückwärtigen Bereich der Tieranlage steht den Ameisenbären der bisherige Innenbereich weiterhin zur Verfügung. Dieser ist allerdings für Besucherinnen und Besucher nicht einsehbar. Mit dem Umbau der Anlage konnten wir jetzt die Möglichkeit schaffen, die charismatischen Tiere ganzjährig zu beobachten“, erklärt Zoodirektorin Dr. Christina Geiger.

Große Ameisenbären (Myrmecophaga tridactyla) gehören zu der erdgeschichtlich sehr alten Ordnung der Nebengelenkstiere und sind völlig zahnlos. „Sie sind Nahrungsspezialisten. Ihre Leibspeise – Ameisen und Termiten – nehmen sie mit ihrer bis zu 60 cm langen und dünnen Zunge auf. Im Zoo werden sie mit einem auf ihre Bedürfnisse und ihren Geschmack abgestimmten Ersatzfutter versorgt. Vieles, was wir über Große Ameisenbären wissen, wurde in Zoos erforscht. So gibt es etwa Studien zur Anatomie, zum Verhalten, zur Jungtierentwicklung und zum Fortpflanzungszyklus“, so Geiger.

Große Ameisenbären kommen in Mittel- und Südamerika vor, wo sie sowohl in der Savanne als auch im Regenwald leben. Laut Roter Liste der Weltnaturschutzunion IUCN gilt die Art als gefährdet (VU). Vor allem der Verlust ihres Lebensraums durch Abholzung, Jagd und industrielle Landwirtschaft lässt die Bestände seit Jahren schrumpfen. Zahlreiche Tiere werden auch Opfer des Straßenverkehrs.

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Foto: Zoo Frankfurt

Riesentukane (Ramphastos toco) kommen ebenfalls in Südamerika vor. Die Art ist laut Roter Liste nicht gefährdet (LC), da sie ein sehr großes Verbreitungsgebiet hat. Allerdings gehen auch hier die Bestände zurück. Mit dem Einzug des Vogels ist der Zoo Frankfurt nun einer von insgesamt acht Zoos, die Riesentukane halten. Das Männchen wurde aus einem illegalen Tiertransport konfisziert und im Zoo untergebracht. Es ist bereits geplant, dass es eine Partnerin bekommt.

Einen wichtigen Beitrag zum Schutz des Lebensraums der Großen Ameisenbären und vieler weiterer Arten leistet die Zoologische Gesellschaft Frankfurt (ZGF) seit 1990 in der Manu-Region im Südosten Perus. Dort, wo Anden und Amazonasgebiet aufeinandertreffen, liegt ein weltweit anerkannter Hotspot für biologische Vielfalt. Mit dem UNESCO-Weltnaturerbe Manu-Nationalpark sowie dem UNESCO-Biosphärenreservat Manu befinden sich dort wichtige Modellregionen für die nachhaltige Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen und den Naturschutz. Der Zoo Frankfurt unterstützt die Arbeit der ZGF in der Region regelmäßig mit Einnahmen aus dem Naturschutz-Euro.