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2020-08-19 18:05:41 - 2437 Aufrufe

Ein Tag im HANSA-PARK

Von Andrej Woiczik

Darauf haben viele Freizeitpark-Fans in Schleswig-Holstein sehnsüchtig gewartet: Am 30. Juni öffnete der HANSA-PARK in Sierksdorf an der Ostsee nach der Corona-bedingten Schließung wieder. „Die Sommerferien sind gerettet“, hieß es auf der Website des Freizeitparks. man arbeite nun mit Hochdruck an der Umsetzung aller bekanntgegebenen Corona-Auflagen, um ein Parkerlebnis zu ermöglichen, „bei dem fröhlicher Familienspaß im Einklang mit dem Schutz der Gesundheit steht“. Da uns im Laufe der Sommerferien zahlreiche, meist negative, Lesermeinungen zum Hansa Park erreichten, war Redakteur Andrej Woiczik nach Beendigung der Sommerferien in den meisten Bundesländern vor Ort und sah sich die Situation an.

Die Sonne brannte an den drei Besuchstagen meistens bei Temperaturen um die 30 Grad und sorgte an den Ostseebädern an der Lübecker Bucht für total überfüllte Strände und an den Strandpromenaden für „Menschenaufläufe“ Badewilliger. Zehntausende Touristen je in Grömitz, Timmendorfer Strand oder Scharbeutz. Oft wurden der Mindestabstand und zum Teil auch die bekannten Hygieneregeln nicht eingehalten. Dieses wurde in allen uns erreichten Lesermeinungen auch negativ in der Sommerferienzeit über den HANSA-PARK berichtet. Doch anscheinend haben die HANSA-PARK Verantwortlichen in der Zwischenzeit ihre Hausaufgaben gemacht. Insgesamt verbrachten wir 12 Stunden über drei Tage verteilt im HANSA-PARK und können fast nur positives vermelden.

Der Freizeitpark wurde am 30. Juni erst einmal nur für eine begrenzte Zahl von Gästen geöffnet. Shows, einige Gastronomieangebote insbesondere mit Selbstbedienung und Buffet sowie bestimmte Indoor-Angebote wie Space Race, Hüpf-und Ballhaus, Fondaco dei Tedeschi, Kiddie Camp und Tahiti Trail bzw. Angebote mit Berührungspunkten wie Hochseilgarten, Kinderschminken, Antik-Studio, Gamble Hall, Meet und Greet mit den HANSA-PARK-Characters sowie Single Rider und Baby Switch können nicht stattfinden. An allen Besuchstagen lagen die Wartezeiten selbst bei den Major Rides bei höchstens 30 Minuten, kein Vergleich zur Sommerferienzeit wo es gut und gerne doppelt soviel waren. Die üblichen Menschenmassen in den Indooranstehbereichen beim „Fluch“ oder „Kärnan“ suchte man vergeblich, da durch ein kluges Konzept nur so viele Personen in den Indoorbereich gelassen wurden, wie auch tatsächlich in die „Fahrzeuge“ für die jeweilige Fahrt passen.

Alle aktuellen Inhaber einer Saisonkarte 2020 dürfen diese auch 2021 weiter nutzen. Mit diesem Geschenk will sich der Freizeitpark für die Treue, Geduld und das Vertrauen der Besucher bedanken. Ticketbuchungen können ausschließlich, wie auch bei fast allen anderen deutschen Freizeitparks, online erfolgen. Auch Saisonkarteninhaber müssen sich ebenfalls vorab online anmelden. Zudem müssen auch die regulären Parkplatztickets vorab online gebucht und auf das Smartphone geladen werden. Saisonkarteninhaber erhalten ihre Parkplatztickets wie gewohnt an den Parkplatzautomaten.

Foto: Andrej Woiczik
Bestes Wetter im HANSA-PARK kurz nach Ende der Sommerferien 2020

Im Park gilt eine Maskenpflicht für Personen ab 6 Jahren in geschlossenen Räumen, in den Shops, Indoor-Bereichen (insbesondere WC-Anlagen und Indoor-Wartebereiche) sowie Fahrattraktionen. Lose Schals oder Tücher sind nicht erlaubt. Es gab zwar einige unvernünftige Besucher, welche nur sehr unwillig ihren Mund- und Nasenschutz aufgesetzt haben, aber die netten Mitarbeiter des Hansa Parks wiesen diese Personen dann auf das notwendige Aufsetzen hin. Wir fühlten uns im HANSA-PARK „sicher“ und konnten am „Konzept“ nichts aussetzen. Wer in der Coronazeit einen Freizeitpark besucht, der muss sich halt an die „Spielregeln“ der jeweiligen Corona-Auflagen halten.

Neuheiten eröffnen später

Unmittelbar neben „Störtebekers Kaperfahrt“ und am Fuße der Festung Kärnan sollte eigentlich in dieser Saison 2020 die Themenwelt „Awildas Welt“ entstehen. Aber die Corona Pandemie stoppte dieses Unterfangen. Zwar steht „Awildas Ausguck“, ein 11 Meter hoher Freifallturm, schon für zukünftige Abenteuer bereit, aber ist noch nicht in Betrieb. Bei „Awildas Abenteuerfahrt“, einer Wasserbahn, wurden bereits vor Monaten die Bauarbeiten eingestellt. Hoffentlich kann zur Saison 2021 dann dieser neue Themenbereich eröffnen. Ebenso sah man am 8. Bauabschnitt der „Hanse in Europa“ keine Bauarbeiter auf der großen Baustelle.

Kommen wir nochmals zu den Lesermeinungen in der Sommerferienzeit zurück. Wir besuchten in den Sommerferien zahlreiche deutsche Freizeitparks und stellten dabei auch „schwierige Situationen“ fest. Wo viele Menschen sich auf engen Raum aufhalten, da wird kaum der Mindestabstand eingehalten und einige Besucher interessiert das Aufsetzen eines Mund- / Nasenschutzes nicht. Einige Mitarbeiter in den besuchten Parks hatten auch kein Interesse die Besucher auf das Tragen dieses wichtigen Utensils in der Corona Pandemie hinzuweisen. Das alles ist ein „No go“ gewesen und hat den Besuch in dem jeweiligen Freizeitpark zu einem unnötigen Abenteuer gemacht. Erfreulich aber, dass einige Freizeitparks aus der Kritik Ihrer Kunden die richtigen Schlüsse gezogen haben und nochmals verstärkt alle Beteiligten an die Corona Auflagen hingewiesen haben. Bei vielen Freizeitparks konnte man eine Verbesserung im Laufe der Saison 2020 feststellen.

Foto: Andrej Woiczik
Der 8. Bauabschnitt der „Hanse in Europa“ entsteht im HANSA-PARK

Insgesamt bot der HANSA-PARK schöne Stunden in dieser für alle Beteiligten schwierigen Zeit.

Quelle: Andrej Woiczik