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2017-05-21 21:31:49 - 2103 Aufrufe

Ein Tag im Heide Park

Von Andrej Woiczik

Die Sonne strahlte, bei Temperaturen knapp unter 20 Grad, mit den tausenden Besuchern am dritten Mai-Samstag um die Wette und auch unser Redakteur Andrej Woiczik war vor Ort und berichtet über viel Neues aus dem Freizeitpark in der Heide.

Nach der feierlichen Eröffnungszeromonie um 10.00 Uhr strömen viele Besucher direkt zur diesjährigen Neuheit im Bereich der Fahrattraktionen, nämlich zu „Ghostbusters 5D“. Doch was dann folgte war „Pleiten, Pech und Pannen“. 7,2 Millionen investierte Norddeutschlands größter Freizeitpark in den aufwendig animierten 5D Dark Ride, bei dem jeweils acht Personen im Team auf eine spannende Reise durch Piraten-, Orient- und Maya-Welten bis nach New York City gehen. Die exklusive Kombination von prominenter Filmgeschichte mit den Heide Park Abenteuerwelten ist einzigartig, aber auch die Unzulänglichkeiten der Technik an diesem Tag. Bereits wenige Minuten nach Eröffnung des Dark Rides, die erste Indoor-Attraktion im Heide Park, welche in Zusammenarbeit mit dem Partner Sony Pictures Consumer Products Inc. und Ghost Corps. Entstanden ist, verschleimten die Geister in der neuen Fahrattraktion wohl zu viel Schleim, so dass diese für fast 3 Stunden den Betrieb einstellen musste.

Warten, warten, warten bei Ghostbusters 5D

Als unserer Redakteur dann als einer der ersten Geisterjäger wieder in den Kampf gegen die Geister gehen wollte, ging die Anlage innerhalb von 90 Minuten sechs Mal „down“, so dass er nach einer Wartezeit von 105 Minuten endlich diese actionreiche Fahrt testen konnte. Die Fahrt im ECTO-X durch die spukende Lagerhalle ist eine Bereicherung für den Heide Park, wenn die Störungen im Programmablauf endlich abgestellt werden können. Während der vierminütigen Fahrt im kultigen Einsatzwagen ECTO-X werden die Geisterjäger mit 3D-Brillen und Protonenstrahlern ausgestattet und treffen auf altbekannte Filmcharaktere wie Slimer. Zusätzlich treibt eine neue Geisterspezies aus den parkeigenen Themenwelten ihr Unwesen in der spukenden Lagerhalle. Sie tritt beispielsweise als Pirat, Dschinni oder fleischfressende Pflanze in Erscheinung. Diese Geister wurden von der kanadischen Firma Triotech speziell für den Heide Park erschaffen und machen das 5D Abenteuer, bei dem alle Sinne gefragt sind, weltweit einzigartig. Zwar ist die Storyline nicht durchgehend stimmig, aber für den Heide Park überraschend gut erkennbar. Wenn die unerfreulichen Kinderkrankheiten dieser neuen Fahrattraktion endlich behoben werden können, dann hat der Heide Park nach „Drachenzähmen - die Insel“ den zweiten Fahrattraktionen-Bereich, wo Fahrattraktion und Thematisierung in einer Zweierkombination durchgehend stimmig sind.

Weiterhin vermisst man bei den zahlreichen Major Rides im Heide Park dieses bei vielen Freizeitparks erfolgreich Prozedere. Erfreulich ist aber, dass die Bootsfahrt „Drachengrotte“ mit vielen neuen Themingelementen aus den Erfolgsfilmen der Drachenzähmen-Filmreihe in diesem Jahr erweitert worden ist. Erneuert wurden auch die Sitze im Mack Powered Coaster Grottenblitz und bei Scream. Beide werten die beiden Fahrattraktionen auf. Des Weiteren läuft die Grottenblitz-Fahrt durch technische Erneuerungen flüssiger als bislang. Leider ist die Thematisierung bei dieser beliebten Achterbahnfahrt weiterhin nur Stückwerk und kein Genuss für das Auge. Wie bei vielen Fahrgeschäften im Heide Park könnte eine detailverliebtere Thematisierung die alten Fahrgeschäfte enorm aufwerten. Schade auch, dass trotz Wartezeiten von fast 75 Minuten beim Dive-Coaster Krake nur zwei Züge im Einsatz waren und bei der Bobbahn erfreuten auch nur zuerst 4 und später 5 Züge, bei Wartzeiten um 45 Minuten, die Besucher.

Foto: Andrej Woiczik

Neues Piratenburger Restaurant und was es sonst noch Neues gibt

Ansonsten lagen die Wartezeiten bei den anderen Fahrgeschäften zwischen 0 und 30 Minuten. Während der einst bei den Besuchern beliebte „Dämonengrill“ seit Beginn dieser Saison nur noch für Tagungen & Events genutzt wird, bietet nunmehr der erstklassig thematisierte neue Piratenburger , vor allem Burger in jeglichen Formen, eine Gaumenfreude an. Im Eingangsbereich erfreut die Besucher auch ein großer, neuer Lego-und Heide Park-Shop. Schade ist aber weiterhin, dass für das alte Heidedorf kein stimmiges Konzept für eine Wiederinbetriebnahme vorliegt.

Im seit Jahren brachliegenden Bereich zwischen Wild Wild West und dem Eingangsbereich in südöstlicher Richtung, haben einige Rodungsarbeiten stattgefunden, welche das sonstige Maß eindeutig überschritten haben und auf der alten Monzastrecke wurden weitere Abgrenzungspflöcke in die Natur gesteckt. Ob hier demnächst größere Baumaßnahmen für eine mögliche zukünftige Neuheit stattfinden, wird die Zukunft zeigen. Derzeit muss erst einmal das riesige „Holzachterbahn-Problem“ durch die Merlin- und Heide Park Verantwortlichen gelöst werden. Hier steht seit Monaten eine offizielle Antwort von Verantwortlichen aus, was mit der einst beliebtesten Fahrattraktion im Heide Park und der besten Holzachterbahn in Europa zukünftig passieren soll.

Vom offiziellen Ziel der Parkverantwortlichen, der beste Freizeitpark in Deutschland zu werden, ist man weiterhin Lichtjahre entfernt. Der Heide Park bietet weiterhin viele erstklassige Fahrgeschäfte für Alt & Jung, aber in Sachen Thematisierung von Fahrgeschäften und Bereichen hinkt er dem Europa-Park, dem Phantasialand, dem Hansa Park und dem Legoland Deutschland mit großem Rückstand hinterher. Das Serviceangebot im Abenteuerhotel wurde stark eingeschränkt, dafür aber die Hotelzimmerpreise massiv erhöht und die Informationspolitik wie zuletzt beim Thema „Holzachterbahn“ ist nicht mehr zeitgemäß.

Foto: Andrej Woiczik

Insgesamt bot der Tag im Heide Park viel Abwechslung und Spaß, dennoch gab es einige massive „Pleiten, Pech und Pannen“, so dass es nicht zum größten Abenteuer in Deutschland reichte.

Quelle: Andrej Woiczik

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