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2021-11-13 22:48:37 - 601 Aufrufe

Ein Tag im Parque de Atracciones de Madrid

Von Andrej Woiczik

Nach dem Besuch vom Parque Warner ging es tags drauf bei knapp 25 Grad und viel Sonnenschein in den Parque de Atracciones de Madrid. Der letzte Besuch des beliebten Freizeitparks im Stadtteil „Casa de Campo“ der spanischen Hauptstadt datierte aus dem Jahr 2009, damals gefiel uns der Park sehr gut.

Die Geschichte des Parque de Atracciones de Madrid

Da dieser Freizeitpark in Deutschland nicht so bekannt ist, hier erst einmal die Geschichte des Parks. Parque de Atracciones de Madrid ist ein 49 Hektar großer Vergnügungspark in der Casa de Campo in Madrid, Spanien. Er wurde 1969 eröffnet und ist nach dem Parc d'Atraccions Tibidabo (eröffnet 1901) und dem Parque de Atracciones Monte Igueldo (eröffnet 1911) der drittälteste in Betrieb befindliche Vergnügungspark Spaniens. Er gehört zur Freizeitpark-Gruppe Parques Reunidos, die den Park bis zum Jahr 2039 unter der Konzession der Stadtverwaltung von Madrid betreibt. Der Park wurde 1969 von Carlos Arias Navarro eröffnet. Zu den ersten Attraktionen gehörten El Tobogán, Los Coches de Choque, El Laberinto de Espejos, El Valle de la Prehistoria, El Pulpo und Jet Star.

Im Jahr 1998 wurde ein großer Umbau des Parks mit einem Investment von 8.000 Millionen Peseten (48 Millionen Euro) durchgeführt. Die Arbeit umfasste die Aufteilung des Parks in 5 Zonen und die Anpassung des Aussehens und des Namens jeder Attraktion an ihre jeweilige Zone. Der Park wurde auch ein wenig thematisiert, weitere Souvenirläden hinzugefügt und die Anzahl der Shows erhöht.

Der Zugang zum Park erfolgte ursprünglich durch eines von zwei Tickets. Ein reines Zugangsticket, das lediglich den Eintritt in den Park erlaubte, aber keine Nutzung der Attraktionen beinhaltete. Zum anderen gab es ein Tagesticket, das den Zugang zum Park und die unbegrenzte Nutzung der meisten Attraktionen für einen Tag ermöglichte. Seit 2012 beinhaltete die Eintrittskarte die Nutzung der meisten Attraktionen. Seit 2018 hat der Park mehr als 350 Mitarbeiter, rund 2,2 Millionen Besucher pro Jahr und 39 Attraktionen. Der Park hat vier verschiedene Themenbereiche. Ein Fünfter namens Gran Avenida wurde im April 2012 Teil vom Themenbereich Tranquilidad. Zum Themenbereich Tranquilidad gehören die Fahrgeschäften La Jungla, Zeppelin, Simulador Virtual und Star Flyer. Es gibt auch Restaurants, eine Schießbude und Trampoline. Gran Teatro und Teatro Kalimba zeigen verschiedene Shows und Konzerte.

Foto: Andrej Woiczik

Der Themenbereich Maquinismo umfasst die Stahlachterbahn Abismo vom Modell SkyLoop XT 450 des Herstellers Maurer, die am 27. Juni 2006 eröffnet wurde. Auf der 450 m langen Strecke, für die sie eine Minute braucht, erreicht sie eine Höchstgeschwindigkeit von 105 km/h. Als besonderer Höhepunkt befindet sich auf der Strecke der so genannte Sky-Loop, ein Fahrelement, welches aus zwei Inversionen besteht. Im deutschen Skyline Park steht mit dem Sky Wheel eine ganz ähnliche Anlage, die allerdings nur über den Sky Loop verfügt und keine zusätzliche Strecke hat. Als nächste Achterbahn findet man in diesem Themenbereich Tarántula, ein 25 m hohen, 700 m langen Spinning Coaster des gleichen Herstellers, welche im Frühjahr 2005 eröffnet wurde. Die dritte Achterbahn im Themenbereich Maquinismo nennt sich Tornado. Sie ist eine Inverted-Stahlachterbahn vom Modell Suspended Looping Coaster des Herstellers Intamin, die am 23. Mai 1999 eröffnet wurde. Es gibt von diesem Modell nur zwei Achterbahnen weltweit. Neben dieser Achterbahn fährt eine weitere, ebenfalls mit dem Namen Tornado, im finnischen Freizeitpark Särkänniemi.

Leider wurde zum Ende der Saison 2018 der tolle Darkshooter "Cueva de las Tarantulas" geschlossen und es sieht derzeit auch nicht aus, dass dieser jemals wieder geöffnet wird. Der im Jahr 2006 eröffnete Darkshooter gefiel uns bei unserem Besuch im Jahr 2009 übrigens sehr gut. In 12 Fahrzeugen mit je 4 Sitzplätzen konnten in einer sehr skurrilen Kulisse die „Spinnenjäger“ in der 2 Minuten andauernden Fahrt Spinnen „abschießen“. Des Weiteren gibt es in diesem Themenbereich ein Wildwasserbahn und weitere kleinere Fahrgeschäfte.

Der Themenbereich“ Naturaleza“ umfasst die beiden Wasserfahrten “Los Rápidos“ und „Los Fiordos“, sowie die Achterbahnen Vértigo, eine „Wilde Maus“ aus dem Hause Mack Rides, welche im Jahr 2009 aus dem belgischen Freizeitpark Bobbejaanland nach Madrid kam und TNT Tren de la Mina, eine 17,5 m hohe Achterbahn, die 55 km/h erreicht und sich ebenfalls an Familien richtet.

Der neueste Themenbereich ist Nickelodeonland. Dieser Bereich ist Kindern gewidmet, wo sie ihre Lieblings-TV-Charaktere aus der Nickelodeon-Serie und -Filmen treffen können. Dazu gehören: SpongeBob SquarePants, Teenage Mutant Ninja Turtles, Dora the Explorer, Go, Diego, Go!, The Adventures of Jimmy Neutron: Boy Genius, The Fairly Odd Parents, Rugrats und PAW Patrol. Alle Fahrgeschäfte sind nach diesem Thema thematisch und wir finden: Cazamedudas de Patricio, Juegos de Agua, Licencia para Conducir de las Tortugas Ninja, La Aventura de Dora, Al Bosque con Diego, Magneto de Jimmy Neutrón, Padrinos Voladores, Los Globos Locos, Coches de Choque de Rugrats, Nickelodeon Express, Patrulla Canina, Hero Spin und Splash Bash. In diesem Bereich finden Sie auch ein Restaurant (Nickelodeon Café) und ein Geschäft (Nickelodeon Shop).

Unser Besuch im Oktober 2021

Nun endlich kommen wir zum „Tagesbesuch“. Mit der Metro erreicht man in wenigen Minuten aus der Innenstadt kommend die Metrostation „Batan“, dann noch ein 5 Minuten andauernder Fußweg und man steht vor einem der zwei Eingänge des Parks. Der zweite dient vor allem den Autofahrern, denn hier befinden sich sämtliche Parkplätze des Parks. Mit unserer Movie Park Gold Saisonkarte bekamen wir am Info Counter ohne Probleme unsere Eintrittskarte für diesen beliebten Madrider Freizeitpark. Pünktlich um 12.00 Uhr öffnete der Park seine Pforten und eine der unangenehmsten Freizeitparkbesuche in diesem Jahr für unseren Redakteur begann.

Foto: Andrej Woiczik

Kurz nach 12.00 Uhr musste schon ein „Örtchen“ in der Nähe des Eingangsbereiches aufgesucht werden. Dieses war aber leider total verdreckt, so dass man eines in einem Restaurant im Themenbereich “Naturaleza“ aufsuchte. Das Ergebnis war leider sehr ähnlich und nicht schön anzusehen. Mit schlechter Laune, aber mit „Erleichterung“ ging es nun in den Themenbereich „Maquinismo“. Wo ehemals der skurrile, außergewöhnliche, aber tolle Darkshooter "Cueva de las Tarantulas" uns begeisterte, laden Bretterzäune und eine in Teilen abgerissene Attraktion nun nicht mehr zum Verweilen ein. Nach einer Fahrt auf Abismo (5 Minuten Wartezeit) mussten wir kurz nach 12.30 Uhr „nur“ 20 Minuten auf eine Fahrt auf Tarántula warten. Die gesamte Anlage, wie bereits bei Abismo, hat schon bessere Zeiten gesehen. Es sah alles so aus, als hätten diese Fahrgeschäfte seit unserem letzten Besuch im Jahr 2009 „ein Schläfchen“ gemacht und wären erst heute wieder in Betrieb gegangen. Alles wirkte ungepflegt und nicht schön für das Auge anzusehen.

Okay, die beiden Fahrten entschädigten dann für die schlechten optischen Eindrücke, die die Anlagen hier machten. „Damals“ betrug die Wartezeit bei „Tornado“ 90 Minuten, daher verzichteten wir auf eine Fahrt. Diesmal waren es im 1 Zug Betrieb „nur“ 15 Minuten, so dass wir endlich den Lost Count nachholen konnten. Später im Tagesverlauf wurde es aber auch hier einiges voller. Dieser fast weltweit einmalige Intamin Suspended Looping Coaster fuhr sich als hätte er Schlaftabletten vom Betreiber Parques Reunidos an unserem Besuchstag, denn wirklich rasant fuhr sich das Ganze nicht. Man hatte den Eindruck als legte „das Gefährt“ auf der Strecke öfters ein Nickerchen ein. Diese Fahrt war die größte Enttäuschung auf der gesamten Tour. Der Park füllte sich, also schnell noch in das Nickelodeonland.

Dieser schön gestaltete Bereich hat zahlreiche Fahrgeschäfte und einige nahmen wir auch unter die Lupe. Insgesamt hat uns das Nickelodeonland am Besten gefallen, aber ab 14.00 Uhr war der Bereich leider total überfüllt, so dass wir versuchten eine Fahrt auf TNT Tren de la Mina von Gerstlauer „zu ergattern“. Der 1 Zug- Betrieb führte aber dazu, dass der Speedy Pass Bereich für 5 Fahrten hintereinander für „zahlungswillige Gäste“ genutzt worden ist und nach 15 Minuten immer noch kein Besucher aus der normalen Standby-Queue zum Zuge kam. Wir hatten jedenfalls die Lust verloren und verließen den Anstehbereich. Unsere Laune wurde nicht besser als wir La Jungla und Zeppelin fuhren. „Damals“ zwei unserer „Lieblinge des Parks“. Die Dschungelfahrt begeisterte uns im Jahr 2009 mit tollen Animatronics, toller Musik und funktionierenden Effekten. Diesmal funktionierte kaum etwas, bei den Elefanten fehlten in der Zwischenzeit jeweils ein Fuß, statt Musik vernahm man ein „Pfeifen“ als Soundkulisse und die Anlage erweckte den gleichen ungepflegten Eindruck wie bereits zuvor bei den Achterbahnen aufgeführt. Bei Zeppelin funktionierte ebenfalls weder Sound noch Musik.

Als es 15.00 Uhr war entschlossen wir uns den Park zu verlassen. Zahlreiche Familien mit meist Kleinkindern bevölkerten nunmehr den Parque de Atracciones de Madrid und sorgten für eine Soundkulisse, welche man bei vielen Fahrgeschäften vergebens gesucht hatte. Sicher werden wir bei unserem nächsten Besuch (irgendwann einmal) dem Madrider Traditionspark eine neue Chance geben. Diesmal waren wir allerdings sehr enttäuscht von diesem eigentlich schönen Freizeitpark.

Quelle: Andrej Woiczik