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2020-04-30 21:11:07 - 1203 Aufrufe

Konzept zur verantwortlichen Öffnung der Freizeitparks in Corona Zeiten?

Von Torsten Jansen, Redakteur Freizeitpark-Welt seit 2007

Was macht so eine Freizeitpark-Welt-Redaktion eigentlich in Corona-Zeiten? Torsten Jansen kommentiert die Corona-Schließungen der Freizeitparks

Was macht so eine Freizeitparkwelt-Redaktion eigentlich in Corona-Zeiten? Zunächst schätzt sie sich sehr privilegiert dankbar, dass sie nicht zu den ca. 15 Prozent von an Covid-19 Erkrankten gehören muss, welche im Krankenhaus landen und davon auch noch jeder Fünfte stirbt. Auch wenn das Durchschnittsalter der Verstorbenen ca. 80 ist, auf Krankenhaus hat niemand Bock. Da sind wir mal alle ehrlich. Also müssen wir nun in der psychologischen Krise dieses Dilemma ertragen. Will heißen: Entweder Park zu, oder 15 Prozent Chance auf Krankenhaus.

Da kann man dann nur beten, dass möglichst bald dieser Freizeitparkwelt-Albtraum endet. Aber nix da, womöglich dauert dieses Dilemma noch ein Jahr, niemand kann das genau sagen. Also haben wir in der Redaktion versucht, ein vorzeitiges Dilemma-Ende zu konstruieren, um die Branche zu unterstützen. Es kam uns sogar eine gemeinsame Petition mit vielen Elementen des Systems Freizeitparkwelt in den Sinn. Nicht zuletzt aus zugegebenermaßen blanken Eigennutz. Wir haben uns Gedankenspielen hingegeben, die sich mit der Lösungsfrage beschäftigten: „Wie öffnen wir Parks unter übererfüllten Hygieneauflagen, um die Behörden sanft zu stimmen?“. Das Beste wären selbstverständlich keine Hygieneauflagen und „Spaß wie immer“. Geht das überhaupt, oder ist dies absurd? Es könnte gehen. Ja, echt.

Es könnten doch einfach Besucher beim Parkeintritt eine Erklärung unterzeichnen, dass sie das Risiko infiziert zu werden auf sich nehmen und den Park respektive den Besuchern nachher keinen Ärger machen, wenn sie erkranken. Antwort: Nein, auf keinen Fall! Denn dann schlägt die Ansteckung in der Bevölkerung wahrscheinlich bombastisch durch und diese Erklärung wäre gegenüber allen Mitmenschen eine riesen unsolidarische Sauerei!

Foto: Torsten Jansen
So voll wie hier bei Diamondback im Kings Island-Freizeitpark, wird es wohl so bald nicht mehr werden.

Also doch lieber den Gedanken verfolgen, Parks unter übererfüllten Hygienemaßnahmen zu öffnen, um nicht eine Triage hauptverantwortlich mit zu tragen, denn machen wir uns nix vor: In der Regel stoßen Tausende eng aufeinander, niemand kann garantieren, dass alle ca. 2 Meter Abstand diszipliniert einhalten. Niemand kann ferner garantieren, dass Attraktionen nach jeder Benutzung grundgereinigt werden und alle potenziellen Keime tot sind. Von den sanitären Anlagen reden wir mal besser erst gar nicht.

Gut, es gäbe die Möglichkeit, auf kontrollierbar kleinster Besucherflamme zu kochen. Beispielsweise könnten es nur ca. 100 Besucher sein, die in 50 Zweipersonengruppen von Parkmitarbeitern durch den Park geleitet werden und nur wenige Attraktionen im zeitlichen Rhythmus streng organisiert geöffnet sind. Da müsste dann aber irgendwie was für den Park halbwegs rentables bei rum kommen. Geht das? Tja, „der Preis ist heiß“. ;-) Was würdet Ihr für so einen 2 Personen Mega VIP in eurem Lieblingspark zahlen? Wie geschrieben, es müsste sich für den Park lohnen. Der Tagesfixkostenanteil muss gedeckt werden, die variablen Kosten wie Energie, Personal etc. müssten gedeckt sein, usw. Keine Ahnung auf welche Mondeintrittssumme das hinaus läuft, aber ich haue jetzt mal rotzfrech 100 bis 1.000 Euro pro Nase raus, will heißen 200 bis 2.000 Euro pro Pärchen, will heißen 10.000 bis 100.000 Euro Umsatz. Hmm, klingt nach einer Summe, wo das Herzchen eines Finanzierungsberaters anfangen sollte, zu pochen. Würden sich denn überhaupt 100 Personen pro Tag finden, die bereit sind, diesen gigantischen Preis zu zahlen? Nein, das ist unser Erachtens utopisch. Wenn dann auf YouTube und bei INSTA Selfie-Filmchen laufen, wo ich stink Reichen dabei zu sehen darf wie sie spaßig abfahren, weil ich mir das leider nicht leisten kann, nö danke.

Foto: Björn
Wann können wir wieder Airtime genießen?

FAZIT: Wir befürchten schweren Freizeitparkweltherzens, dass die hygienischen Standards bei hohem Besucheraufkommen nicht garantiert werden können, auch wenn alles nur Outdoor stattfinden würde. VIP-Touren bzw. VIP-Besuche wären irgendwie asozial, obwohl, vielleicht als Ersatz für den ausgefallenen Urlaub? ;D

Quelle: Torsten Jansen, Redakteur Freizeitpark-Welt seit 2007