Zurück zur Startseite
2020-12-23 14:20:03 - 700 Aufrufe

Trotz Corona über eine Millionen Menschen in LWL-Museen in 2020

Trotz Corona haben die Museen und Besucherzentren des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) die Millionen-Marke übertroffen: Rund 1,02 Millionen Besucher kamen trotz zweier längerer coronabedingter Schließungsphasen in die LWL-Museen (2019: 1,94 Mio.). "Das ist ein tolles Ergebnis, wenn man bedenkt, dass die Museen fast vier Monate geschlossen waren", sagte LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger.

Das Jahr 2020 startete für die LWL-Museen mit einem Besucherrekord. So besuchten von Januar bis zum ersten Corona-Lockdown Mitte März fast 300.000 Menschen die LWL-Einrichtungen. Insbesondere die Sonderausstellung "Turner. Horror and Delight" im LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster lockte Tausende Besucherinnen an.

Auch die Sonderausstellung "Pest!" sorgte Anfang 2020 für einen hohen Zuwachs an Besuchern im LWL-Museum für Archäologie. Zu dieser Zeit wusste niemand, wie hochaktuell das Thema dieser Ausstellung bald werden würde. Auch während die Museen geschlossen waren, haben die Mitarbeiterinnen - unter Corona-Bedingungen - weiter gearbeitet: Sie haben ein digitales Angebot aus Online-Führungen und Online-Rundgängen entwickelt und die verschiedenen Social-Media-Kanäle bespielt.

Als im Mai die Museen und Besucherzentren wieder öffnen durften, war der Museumsbetrieb immer noch durch die Pandemie stark beeinflusst. "Corona hat unsere Museen und Einrichtungen vor eine große Herausforderung gestellt, die sie gemeistert haben", so Rüschoff-Parzinger. "Die Museen haben die sich ständig verändernden Corona-Schutzverordnungen kreativ umgesetzt, so dass die Besucher mit einem sicheren Gefühl die LWL-Einrichtungen entdecken konnten. Obwohl einige Veranstaltungen nicht wie geplant stattfanden, boten die Einrichtungen bis zum zweiten Lockdown ab November ein Programm an, das über eine Millionen Besucherinnen anzog."

Foto: Björn

Auf ein ungewöhnliches Jahr blickt das LWL-Museum für Naturkunde in Münster zurück. Hatte das Museum in den ersten zweieinhalb Monaten noch die besten Besucherzahlen der vergangenen zehn Jahre erreicht, führten die beiden Lockdowns zu einem Einschnitt in der Jahresbilanz. Allein im Januar und Februar besuchten 58.500 Personen das Museum und sein Planetarium. Mit dem Jahresabschluss von 144.000 Besuchern (Vorjahr: 278.555) hat das Museum ein unerwartet gutes Gesamtergebnis erzielt. Das Museum und das Sternentheater mussten für insgesamt 16 Wochen geschlossen werden. Zwischen Mai und Oktober war ein Besucherbetrieb unter strengem Hygienekonzept und bei Einlassbeschränkung möglich.

Dass trotz dieser Einschränkungen noch viele Besucher kamen, ist unter anderem der 2019 eröffneten Sonderausstellung "Beziehungskisten" zu verdanken. Über die Standzeit von eineinhalb Jahren gingen in dieser Ausstellung rund 190.000 Besucherinnen den Formen des Zusammenlebens in der Natur nach. Das fast durchweg ausgebuchte Planetariumsprogramm hatte seinen Anteil am Erfolg, aber auch die im August eröffnete neue Ausstellung "Überlebenskünstler Mensch" sorgte für gute Besucherzahlen bis Ende Oktober. So haben in der kurzen Zeit zwischen Eröffnung der Ausstellung und erneuter Schließung des Museums für den zweiten Lockdown bereits 35.500 Interessierte die Ausstellung besucht.

Museumsdirektor Dr. Jan Ole Kriegs: "Wir haben permanent nach Verbesserungen gesucht. So konnte das Naturkundemuseum als eines der ersten Häuser seine Touchmonitore und Mitmachstationen wieder in Gebrauch nehmen, dank der schnellen Einführung eines Touch-Stiftes, der das hygienische Bedienen möglich macht." Statt der Absage aller Sonderveranstaltungen wurde viel ins Internet verlegt und online übertragen, wie etwa Lesungen und Vorträge, Blicke hinter die Kulissen und Vorstellungen von Museumshöhepunkten. Der YouTube-Kanal, die Facebook-Seite und der Instagram Account sowie der neue Blog des Museums ermöglichen es, auch in Zeiten der Pandemie in Kontakt mit den Gästen zu bleiben. "So wurden beispielsweise unsere Vorträge und Filme auf Youtube und Facebook über 40.000-mal abgerufen", sagt Kriegs.

Quelle: PM LWL-Pressestelle