
30. Januar 2026 - 42 Aufrufe
Inventur im Zoo Duisburg: Das große Zählen der Tiere
Von A wie Ameise bis Z wie Zebra: Zum Ende eines jeden Jahres beginnt die tierische Inventur im Zoo Duisburg. Mehrere Wochen lang zählen, dokumentieren und notieren die Tierpflegerinnen und Tierpfleger den gesamten Tierbestand. Nun steht das Ergebnis zum Stichtag 31. Dezember 2025 fest: Mehr als 5.100 Tiere aus 308 Arten lassen sich am Kaiserberg beobachten. Damit gehört der Zoo Duisburg zu den artenreichsten Zoologischen Gärten in ganz Nordrhein-Westfalen.
Gut getarnt und winzig klein: Herausforderungen der Inventur
„Die Inventur ist eine alljährliche Herausforderung für alle Mitarbeitenden der Zoologie und gehört zu den Routinen am Jahresende“, weiß Oliver Mojecki, Zoologischer Leiter in Duisburg. Nur anders als im Supermarkt, wo Konservendosen in geordneten Reihen stehen, ist eine Inventur im Tierreich deutlich herausfordernder. Zwar lassen sich Koalas Seelöwen, Gorillas und Co. sehr einfach zählen und auf den Inventurbögen vermerken, doch bei flinken, gut getarnten oder sehr kleinen Tieren ist das große Zählen deutlich schwieriger. „Insbesondere im Aquarium braucht es gleich mehrere Durchgänge, um den Tierbestand genau zu erfassen – eine Geduldsprobe“, weiß Biologe Mojecki. Denn in den Spalten, Höhlen und Ritzen verstecken sich Krebse, winzige Fische und auch Seegurken sehr gerne. Und auch die Faultiere, Meister der Tarnung in der Tropenhalle Rio Negro, lassen sich meist nur mit geschultem Blick entdecken.
Die teils über Wochen gesammelten Daten vergleicht Oliver Mojecki mit seinem Team in mühevoller Arbeit mit den Aufzeichnungen, die das ganze Jahr über gemacht worden sind. Denn täglich wird am Kaiserberg festgehalten, welche Tiere geboren, verstorben und angekommen sind oder den Zoo verlassen haben. Der Zoologische Leiter erklärt den Hintergrund: „Die Inventur dient dem genauen Abgleich aller Daten, denn der Tierbestand unterliegt stetigen Veränderungen“.
Tierbestand wächst: Zoo Duisburg zählt zu den artenreichsten Zoos in NRW
Im Laufe des vergangenen Jahres ist der Tierbestand angewachsen: Mehr als 200 zusätzliche Pfleglinge zogen am Kaiserberg ein (31.12.2024 I über 4.900 Tiere aus 314 Arten). Den größten Zuwachs verzeichnete das Zoo-Team im Aquarium Denn hier modernisierten die Mitarbeitenden in den letzten Monaten das über 21.000 Liter fassende Korallenriff. Eine Anlage, welche dem australischen Great-Barrier-Reef nachempfunden ist. „Einige der neuen Tierarten sind in diesen Lebensraum eingezogen und leben sich schrittweise ein. Weitere Arten werden in den nächsten Wochen folgen“, so Oliver Mojecki. Mit den quirligen Tüpfelbeutelmardern zog im Koalahaus eine neue Beuteltier-Art ein. Die gepunkteten Räuber sind meist dämmerungsaktiv und lassen sich vorzugsweise in den Nachmittagsstunden beobachten.
Mehrere besondere Vogelarten zogen im Herbst 2025 nach Duisburg. Die tropischen Singvögel stammen aus einer Sicherstellung des Zoll am Flughafen München – sie wurden illegal nach Deutschland eingeführt und haben am Kaiserberg eine sichere Bleibe gefunden. Neuzugänge der bedrohten Art zogen auch in die Tropenhalle Rio Negro: Gelblappen-Hokkos sind bereits in Teilen ihres ursprünglichen Lebensraumes, den südamerikanischen Regenwäldern, ausgestorben. Andere Tiere verließen den Zoo Duisburg hingegen. Zu ihnen zählten Spinifex-Hüpfmäuse, zahlreiche junge Geckos, die Rotbrust-Krontauben, Stachelschwanzskinke und Schildkröten sowie gleich 16 junge Wildkatzen. Die heimischen Räuber stellte das Duisburger Zoo-Team einem Ansiedlungsprojekt bereit. In den schottischen Highlands sollen die Tiere ausgewildert werden und zum Erhalt der hochbedrohten Tierart beitragen. Damit engagiert sich der Zoo Duisburg bereits zum zweiten Mal in einem Auswilderungsprojekte für Wildkatzen. Schon in den 90er Jahren wilderten Experten am Kaiserberg geborene Jungtiere in geeigneten deutschen Wäldern aus. Das Überleben der Art geschieht somit mit dem Engagement von Zoologischen Gärten.

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