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2020-11-06 12:36:16 - 1475 Aufrufe

Heide Park in der Krise?!

Von Andrej Woiczik

Redakteur Andrej Woiczik war die letzten drei Tage der „Corona-Saison 2020“ im Heide Park zu Gast und hat interessante Informationen aus der Heide in die Redaktion von Freizeitpark-Welt mitgebracht.

Der Himmel weinte am 30.10. unerbittlich den ganzen Tag, dennoch fanden 3000 Besucher den Weg zum letzten Halloween-Freitag des Jahres. Achterbahnfahren im Dunkeln, Familiengrusel und Extra-Horror-Attraktionen – Norddeutschlands größter Freizeitpark feierte vom 12. bis 31. Oktober Halloween für Familien und Horror-Fans. Trotz Corona-Pandemie bot der Heide Park mit einem erstklassigen Sicherheitskonzept ein stark abgespecktes Halloween-Event an. Im magischen Zauberwald brauchte die Zauberfee Hilfe von tapferen Kindern. An allen Freitagen und Samstagen lauerten in der verlassenen Manege des Schreckens von „Obscuria“ nicht nur freundliche Gestalten.

Haunted Mansion zu Gast im Heide Park Resort

Ein besonderes Erlebnis in diesem Jahr war das "Haunted Mansion" vom italienischen Hersteller GOSETTO. Die einzige Etagen-Geisterbahn mit hängenden, drehenden, vibrierenden und kippenden Gondeln kam exklusiv zum Heide Park Halloween in den Park. Mit einer Fahrt durch das Innere des Geisterschlosses wurde das gemeinsame Halloween-Erlebnis noch unvergesslicher! Der kostenpflichtige Darkride fand sehr guten Anklang bei den Besuchern. Gern würde man solch eine Fahrattraktion (ohne Aufpreis) auch in der gesamten Saison 2021 mit hochwertigeren Animatronics und vielleicht mit dem DRACULA'S CASTLE im Heide Park Themenbereich Transsilvanien als Neuheit begrüßen können.

Am Halloween-Tag (31.10.) strömten über 11.000 Besucher (ausgebucht) bei meist bedecktem Himmel, 12 Grad und keinem Regen in den Heide Park. Uns wurde es in den frühen Nachmittagsstunden zu voll im Heide Park, so dass wir den Heide Park vorzeitig verließen. „Safety first“, bei Wartezeiten an den Major Rides von über 90 Minuten (ab 11.00 Uhr) und „dem ewigem Kampf“ die Abstände zu den Nebenleuten einzuhalten, war angesagt. Im Park sah man u.a. zahlreiche Mitglieder vom Heide Park Fanclub, welcher mit „Schlagersternchen“ Annemarie Eilfeld im Heide Park unterwegs war.

Foto: Andrej Woiczik
Das Haunted Mansion war als Zusattraktion eines der Highlights zum Halloween Abenteuer im Heide-Park

Am letzten Tag der Saison ging es nur noch kurz durch den Heide Park um die restlichen Fotos für diesen Bericht und unsere Foto-Galerie „anzufertigen“. Es war sehr leer gegen 11.00 Uhr im Park, als der vierte Mehrtagesbesuch in dieser Saison für uns endete.

Trotz der Corona-Pandemie konnte man mit bereits erwähnten sehr gutem Sicherheitskonzept viel Spaß im Heide Park haben. Generell sollten sich die Heide Park Verantwortlichen zukünftig überlegen den „neuen Einlass“ in den beliebtem Heide Park auch nach „Pandemie-Zeiten“ zu belassen. Es lief alles sehr geordnet ab und der längere Weg vom Parkplatz in den Park verstärkte die Vorfreude auf den Eintritt in das unvergessliche Abenteuer.

In den sozialen Medien verabschiedete sich der Heide Park mit folgendem Statement zum Saisonabschluss am letzten Sonntag: „Liebe Abenteurer und Heide Park Fans, nach dieser extrem turbulenten, herausfordernden und außergewöhnlichen Saison 2020 geht ein riesiges DANKE SCHÖN raus an Euch. Ihr seid einfach spitze! Wir freuen uns schon jetzt auf Euren Besuch, Eure strahlenden Augen und natürlich auf Eure Freudenschreie auf Colossos & Co. in der Saison 2021. Am 27. März geht’s wieder los..."

Heide Park in der (Corona)-Krise

Eigentlich wäre unser Artikel hier zu Ende gewesen, wenn nicht das Online Magazin „Celle Heute“ noch eine Meldung über den Heide Park veröffentlicht hätte. In dieser am 05.11.2020 veröffentlichten Pressemeldung heißt es, dass nach HEIDEKREISHEUTE-Informationen mindestens 25 Mitarbeitern im Heide-Park Kündigungen ins Haus stehen. Die Heidepark Soltau GmbH hat sich auf Nachfrage des Online Magazins zu ihrer aktuellen wirtschaftlichen Situation und den Konsequenzen daraus geäußert. In der Mitteilung heißt es: Das Anhalten der Corona-Krise verschärft die ohnehin schon schwierige Saison 2020. Norddeutschlands größter Freizeitpark schließt das Jahr 2020 mit fast 60 % weniger Gästen und 50 % weniger Übernachtungen als im Vorjahr ab. Das bedeutet einen Verlust im Millionenbereich. Im Rahmen einer Überarbeitung des Geschäftsmodells zur Sicherung des Fortbestehens der Heide Park Soltau GmbH und Tussauds Heide Metropole wird es unter anderem zu betriebsbedingten Kündigungen kommen. Geschäftsführerin Sabrina de Carvalho äußerte sich gegenüber HEIDEKREISHEUTE wie folgt: „Ein weiteres Jahr wie dieses werden wir nicht überleben können. Das heißt für uns, sich mit voller Kraft auf unser Kerngeschäft zu konzentrieren. Dies erfordert für uns sehr schmerzliche Einschnitte und bedeutet unter anderem, dass wir Personalkosten im Bereich der festen Mitarbeiter reduzieren und betriebsbedingte Kündigungen aussprechen müssen."

Foto: Andrej Woiczik
Ebenfalls neu für Kinder: Der Zauberwald

Nach Recherchen unserer Redaktion waren bereits in dieser Saison zahlreiche Mitarbeiter in der Verwaltung in Kurzarbeit. Des Weiteren wurden bereits Personalkosten dadurch eingespart, dass einige Fahrgeschäfte längere Zeit geschlossen wurden und auch Restaurants und Imbiss- und Getränkestände nur an „vollen Tagen“ geöffnet worden sind. Während in der Saison 2019 noch 1,6 Millionen Besucher den Heide Park besuchten und ihren Spaß hatten, verringerte die Corona Pandemie die Besucherzahl nunmehr auf um die 700.000 Besucher. Da man derzeit davon ausgehen kann, dass vor der „Immunisierung des Volks“ durch eine Impfung hinsichtlich Covid-19, es auch bis Sommer/Herbst 2021 bei dem derzeitigen Zustand bleibt, ist davon auch auszugehen, dass der Heide Park und alle anderen Freizeitparks weltweit, mit geringeren oder gar keinen Besucherzahlen rechnen dürfen.

Damit man auch zukünftig den beliebten Freizeitpark in Soltau besuchen kann, müssen daher u.a. die oben aufgeführten Maßnahmen durch die „Konzernführung“ durchgeführt werden. Sicher werden aber weitere Maßnahmen folgen, um den „Heide Park am Leben zu erhalten“. Streichung von Neuinvestitionen in Fahrgeschäfte und der zukunftsfähige Umbau von Fahrgeschäften werden sicher dazu kommen.

Bereits seit genau 35 Jahren besucht unser Redakteur aus Berlin kommend mehrfach im Jahr den Heide Park und er hofft auch 2021 und in den folgenden Jahren den Heide Park besuchen zu können. Nicht nur für ihn ist es unvorstellbar, dass der Heide Park seinen Betrieb einstellen würde.

Quelle: Andrej Woiczik