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2021-04-03 15:07:04 - 1210 Aufrufe

Schwaben Park plant zweiten Standort

Von Andrej Woiczik

Der Schwaben Park nahe Kaisersbach im Welzheimer Wald im Rems-Murr-Kreis zählt mit 250.000 Besuchern, vor der Corona Pandemie, zu den beliebtesten Freizeiteinrichtungen in Baden-Württemberg. Besonders in den letzten Jahren erfreut sich der familienfreundliche Freizeitpark dank, der sehr guten Übernachtungsmöglichkeiten in Blockhäusern, noch größerer Beliebtheit. Nun plant man eine Erweiterung mit einer Indoor-Halle, möglicherweise an einem neuen Standort.

Wie uns Marcel Bender (Marketing Manager vom Schwaben Park) in einem Gespräch informierte, besuchten seit der Eröffnung im Juni 2017 Gäste aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, ja sogar aus Norwegen, Monaco und Luxemburg die meist ausgebuchten Blockhäuser. Mitunter kommen die Gäste spontan an die Kasse und fragen, ob die Blockhäuser frei sind. Wer Interesse an einer Übernachtung in diesen geräumigen Blockhäusern hat, sollte sich rechtzeitig um eine Buchung kümmern. Und durch Corona steige natürlich auch das Interesse an Urlaub in Deutschland, so Marcel Bender im Gespräch. Im vergangenen Jahr waren die Häuser von Mitte Juni bis Mitte September ausgebucht, es gab eine Warteliste. Ein toller Erfolg für den sympathischen Freizeitpark nahe der bayerischen Grenze.

Damit aber auch die Anzahl der Tagesgäste ansteigt will der Schwaben Park in den kommenden Jahren die größten Investitionen der Geschichte vornehmen. Die Geschäftsführung des Schwaben Parks will eine Indoor-Halle bauen, aber nicht am Standort in Gmeinweiler. Vielmehr sehen sich die Geschäftsführer in einem größeren Radius nach einem Standort für ein solches Projekt um, der verkehrsgünstig gelegen ist, sondieren solche in Bayern und Baden-Württemberg und führen in Bayern diesbezüglich Gespräche. Dieser Schritt war notwendig, da die geplante Indoor-Halle zahlreiche Gemüter in der Nachbarschaft vom Schwaben Park erregt hat und eine Bürgerinitiative ins Leben gerufen wurde, die die Belastungen, die ein Freizeitpark für die Anwohner mit sich bringt, thematisiert hat. Einer der größten Arbeitgeber der Region sollte erhebliche Zugeständnisse gegenüber der Bürgerinitiative machen.

Die 20-köpfige Gruppe informiert auf ihrer Homepage www.genug-rummel.de über die Beweggründe des Protest jeweiliger Erweiterung des beliebten Freizeitparks. Wir, das sind Bewohner aus Aichstrut, Gmeinweiler aber auch der weiteren Umgebung, heißt es auf ihrer Homepage.

Foto: Schwaben Park
Die Übernachtungsmöglichkeiten in den Blockhäusern erfreuen sich im Schwaben Park großer Beliebtheit

Originalausführungen aus der Homepage:

"Junge Menschen ebenso wie ältere, langjährig ansässige Familien und neu hinzugezogene. Als Publikumsmagnet der Region stellt der Schwabenpark für die Anwohner unweigerlich eine Belastung dar. Als im Oktober 2019 öffentlich gemacht wurde, dass der Schwabenpark seine Fläche erweitern und eine große Indoor-Spielhalle errichten will, beschlossen wir, uns zusammenzuschließen und unsere Interessen gegenüber dem Schwabenpark und dem Kaisersbacher Rathaus gemeinsam zu vertreten. Der Schwabenpark befindet sich an der Gemarkungsgrenze zwischen Welzheim und Kaisersbach. Als Bürgerinitiative wollen wir mit einer Stimme sprechen und uns nicht gegeneinander ausspielen lassen. Diese Notwendigkeit sehen wir nach wie vor - auch nachdem die Schwabenpark GmbH (Anmerkung der Redaktion: die richtige Schreibweise ist Schwaben Park GmbH) - im Mai 2020 ihre Pläne zum Bau der Indoor-Halle zurückgezogen hat".

Wenn man sich dann die Homepage genauer ansieht muss man feststellen, dass man es hier mit 20 eigenwilligen Bürgern zu tun hat, die es mehr sorgt, dass mehr Autos ihre Straße durchfahren anstatt ein Unternehmer in einer Region in der sich „Hase und Igel gute Nacht sagen“ mehr Arbeitsplätze schafft und die Steuereinnahme für die Gemeinde erhöht. Die Forderungen dieser kleinen Gruppe sind:

  • Wir sind nicht einverstanden mit einer Indoor-Spielhalle in der bisher geplanten Form.
  • Wir lehnen eine Ausweitung der Öffnungszeiten in Richtung Winter- und Nachtbetrieb ab.
  • Wir möchten, dass der dörfliche Charakter der anliegenden Ortschaften erhalten bleibt.
  • Wir fordern eine Reduzierung des Durchgangsverkehrs im Killenhof, im Gehren und in Gmeinweiler.
  • Wir verlangen, dass angemessene Ausgleichsmaßnahmen ortsnah umgesetzt werden.
Foto: Andrej Woiczik
v.l.n.r. Geschäftsführer Thomas Hudelmaier, Redakteur Andrej Woiczik und PR und Marketing Manager Marcel Bender

Neue Indoorhalle an verkehrsgünstig gelegenen Standort geplant

„Wir wollten die Indoor-Halle bauen“, erinnert Marcel Bender im Gespräch mit unserer Redaktion. Es sei darum gegangen, die Saison-Mitarbeiter auch im Winter zu beschäftigen. In einer Region mit schlechter Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr und nicht überragender Infrastruktur versucht der Schwaben Park mit großen Anstrengungen gutes Personal zu finden und zu halten. Und sicher hätte die neue Investition auch bei der Auslastung des Parks geholfen und das Personal wäre länger beschäftigt gewesen.

„Sie war nicht als ganzjähriger Betrieb geplant“, so der ehemalige Gründer vom Belantis Fanklub, sondern vor allem in den Ferien und am Wochenende und auch nicht abends. Mittlerweile sei man von dem Projekt „wieder abgekommen“. Zumindest in Gmeinweiler. Die Schwaben-Park-Geschäftsführer schauen sich auswärts nach Standorten für eine Indoor-Halle mit Außenbereich um und würden auf Interesse stoßen, viele Kommunen wären dankbar für ein regionales Ausflugsziel. Man darf gespannt sein, wo die größte Investition des Schwaben Parks in den kommenden Jahren gebaut wird.

Quelle: Andrej Woiczik

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