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2021-11-15 20:04:35 - 520 Aufrufe

Serengeti-Park zieht erfolgreiche Bilanz der Saison

Von Klaus Müller

Das Tierkonzept stimmt im größten Safaripark Europas - Eine neue Achterbahn kommt und... die ersten Teile des Flugzeugs sind da!

Als einer der großen Förderer des Serengeti-Parks, der seit mehr als 30 Jahren Geschichte schreibt im Heidekreis, Karl-Gerhard Tamke am letzten Freitag im nagelneuen Serengeti-Park -Restaurant Manyara verabschiedet wurde, waren selbst viele Einheimische überrascht über die Anlage, auch wenn es dunkel wurde in der Serengeti. Gastfreundlich strahlte ihnen entgegen, eine warme Begrüßung durch den Parkchef, ein gutes Essen anschließend und viele kleine Köstlichkeiten am Rand des kurzen Wegs zur Anlage. Der Park hat sich in den Jahren „gemacht“, positiv „aufgerüstet“ und schreibt jetzt- selbst in der Pandemie-Zeit sehr gute Besucherzahlen. Sepe: „Wir haben 656500 Besucher aus aller Welt begrüßen können, die uns nicht in Stich gelassen haben, die immer wieder kamen und sich an unserem Konzept erfreut haben. Für mich war es besonders schön, die strahlenden Augen der Kinder zu sehen, als sie endlich wieder rausdurften, sie bei unseren über 1500 Tieren erleben zu dürfen. Es war phänomenal.“

Und: „Eigentlich wollte ich ein zweites großes Restaurant bauen. Wir haben darauf wegen der ständig steigenden Baukosten verzichten müssen.“ Aber ein Sepe ist jemand, der ständig neue Visionen entwickelt, der versucht, auch Unmögliches umzusetzen. Heute sagt er mit etwas verständlichem Stolz: „Als ich die Zusage erhielt, das alte Luftwaffen- Flugzeug aus Berlin, das eigentlich abgerüstet werden sollte, kaufen zu können, um dort ein Restaurant einzurichten, war es für mich wie der Sieg im Champions League-Finale.“ Der Traum scheint sich nun doch nach einigen Transportschwierigkeiten zu erfüllen, „die endgültige Genehmigung steht kurz bevor,“ sagt Fabrizio Sepe. Einige Teile des Flugkörpers sind bereits in Hodenhagen angekommen. Und in zahllosen Gesprächen mit zwei Naturschutzbehörden sei man zu einer wenn auch aufwändigen Lösung gekommen. „Der Weg nach Hodenhagen wurde komplett gescannt, damit kein Zweig beschädigt wird. Der runde Rumpf des Flugzeugs wird mit Vaseline extra eingerieben, um bei Kontakten mit den Zweigen, die von einem Steiger aus beobachtet werden, Schäden zu vermeiden.“ Er hat an alles gedacht. Und so wird es irgendwann im kommenden Jahr vermutlich Einzigartiges im Serengeti-Park geben, etwas, was nicht nur die Region erneut mobilisieren wird; Ein Flugzeug-Restaurant mitten im Park.

Als Fabrizio Sepe den Park vor fünf Jahren eigenverantwortlich von seiner Schwester übernahm, nachdem sich mittlerweile auch eine kleine glückliche Sepe-Nachfolgefamilie entwickelt hat und sich der Firmenchef ein neues Haus in Hodenhagen baute, änderte sich das Leben rund um das Safariland. „Wir haben viele Schulungen unserer bis zu 600 Mitarbeiter durchgeführt, haben immer wieder neue Übernachtungsmöglichkeiten mit kleinen Häusern und Hütten gebaut, die in die Gegend passen und die heute mehr als gut angenommen werden und dafür gesorgt, dass es einfach noch „gesunder“ wird, zu uns in den Park zu kommen.“ Die Autosafari durch das Tierland hat dem Serengeti-Park sicherlich über ganz schwere Zeiten hinweggeholfen. Ein konsequent durchgeführtes Hygienekonzept überzeugte im letzten Jahr - wenn auch mit einiger Überzeugungsarbeit- alle Politiker, so dass der Park als erstes Freizeitunternehmen 2020 wieder öffnen durfte.

Foto: Andrej Woiczik
Der Serengeti-Park ist - auch aufgrund vieler ungewöhnlicher Attraktionen - im Aufwind.

„Es war vor allem für unsere Tiere wichtig. Keiner weiß, dass wir an jedem Tag im Jahr 30 000 Euro Kosten für die Fütterung und für das Personal haben, dass ein Elefant bis zu 350 Kilogramm am Tag frisst, dass wir immer wieder Futter heranschaffen müssen, auch dann, wenn der Park geschlossen ist. Aber man hat uns nicht hängengelassen.“ Für das kommende Jahr wird es einige verblüffende, spannende Neuheiten geben. Sepe hat seine uralte Achterbahn, den Höllenblitz, schon abbauen lassen. „Ich verspreche eine neue Achterbahn, die vieles in den Schatten stellen wird.“ Er will eine neue Tieranlage bauen, mit Tieren, die schon einmal im Park leben durften. Und es wird noch einiges an Investitionen mehr geben.

Der Park schreibt für die gesamte Region Positiv-Geschichte. In diesem Jahr horchte die Fachwelt spürbar auf, als bei den Nashörnern gleich drei Babys ankamen. Die Bisonherde hat sogar ihren eigenen „Kindergarten“, mit noch nie dagewesenen sieben Nachwüchslern. Bei den Affen hat sich viel getan. Das Klima, aber auch das Team der Pfleger im Park scheint gut zu sein. „Darauf wollen wir auch in Zukunft aufbauen,“ sagt Fabrizio Sepe, der ankündigt, noch mehr mit der einheimischen Bevölkerung zusammenarbeiten zu wollen. „Wir könnten zum Hodenhagener Erntefestumzug doch auch einen Festwagen beisteuern,“ sagt er , nachdem ein erster regionaler Markt vor kurzem für neues Aufsehen gesorgt hatte. Bemerkenswert zum Abschluss: Es ist ein Italiener, der sagt; „Wir müssen hier in der Heide noch mehr zusammenfinden.“

Foto: Andrej Woiczik