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2016-02-09 13:12:20

Neues Projekt an der Costa Daurada: Barcelona World

Aktuell ist wieder Bewegung in die Entwicklung eines Resorts an der Costa Daurada gekommen

Im September 2012 wurde auf einer Pressekonferenz in London ein "Macroprojekt" vorgestellt, welches die Costa Daurada zum "europäischen Orlando" und damit zum Mekka der Freizeitparkfans katapultieren sollte. Direkt neben dem PortAventura World-Areal mit derzeit 316,2 Hektar (ohne Ferrari World), sollte eine 4,5 Milliarden Investition den derzeit negativen Tourismustrend an der Costa Daurada entgegenwirken.

Die Barcelona World Investoren Veremonte Group, La Caixa (ehemaliger Eigentümer vom PortAventura Resort) und Generalitat de Catalunya wollten nach einer dreijährigen Planungsphase im Frühjahr 2016 mit den Bauarbeiten für dieses Megaprojekt beginnen. Auf 840 Hektar sollten 6 Hotels mit 12.000 Zimmern mit dem Themenwelten China, USA, Russland, Brasilien, Indien und Europa und ein Casino "erschaffen" werden. Das Highlight dieses Projektes sollte aber der "BCN Park" werden, welcher als größter spanischer Freizeitpark konzeptiert wurde. Mit diesem Projekt sollten 40.000 neue Jobs für die Region Costa Daurada geschaffen werden.

Im "BCN Park" sollte Europas erster Dreamworks - Freizeitpark mit dem Namen "Dreamwork- Europark" entstehen. Im August 2015 war die Redaktion von Freizeitpark-Welt im PortAventura Resort für mehrere Tage zu Gast und schon da konnte man in der spanischen Presse über das Scheitern dieses Projektes ausgiebig lesen.

Foto: Andrej Woiczik

Rückblick und Geschichte

Am 1. April 1995 wurde in Salou an der Costa Dorada Spaniens erster Themen-Freizeitpark, der "Port Aventura", eröffnet. Ursprünglich wollte die Walt-Disney-Company das europäische Disneyland in der spanischen Küstenprovinz Tarragona ansiedeln. Nach der Absage von Disney suchten die Spanier einen Investor für ein neues Freizeitpark-Projekt. Mit Port Aventura wurde 1995 nach Eurodisney das zweitgrößte Gelände dieser Art in Europa errichtet. Umgerechnet rund 580 Millionen Mark hatten die Betreiber - neben dem US-Bierkonzern Anheuser Busch die britische Tussauds Gruppe, die katalanische Sparkasse La Caixa und der Stromkonzern FECSA - in den Themenpark investiert. Im Eröffnungsjahr wollten sie mit zweieinhalb Millionen Besuchern 140 Millionen Mark Umsatz machen und damit von Beginn an schwarze Zahlen schreiben. Bis zum Jahr 2000 hoffte der damalige Port-Aventura-Chef Luis Rullán jährlich fünf Millionen Eintrittskarten zu verkaufen. Doch dieses Ziel scheiterte kläglich. 1997 übernahmen daher die Universal Studios die Anteile der Tussauds Group sowie das Management des Parks und benannten ihn 1999 in Universal's Port Aventura und 2000 in Universal Studios Port Aventura um.

Somit entstand der erste Universal Studios Freizeitpark in Europa. 2002 wurde er als Themenpark Universal Port Aventura Teil des Komplexes Universal Mediterránea, der außerdem den Wasserpark Costa Caribe und die Hotels Port Aventura und El Paso umfasste. 2004 verkaufte das Unternehmen NBC Universal, das nach dem Zusammenschluss der Universal Studios mit NBC gebildet worden war, die Universal-Anteile an den größten Anteilseigner la Caixa, die damit knapp 80 % hielt und auch die Geschäftsführung übernahm. Ebenfalls 2004 übernahm la Caixa die Anteile von Anheuser Busch und wurde damit praktisch Alleineigentümerin. Von 2005 bis Dezember 2015 trug der Park wieder seinen ursprünglichen Namen, allerdings aus Gründen des Markenschutzes ohne Leerzeichen (PortAventura). Nachdem der Park über mehrere Jahre Verluste eingefahren hatte, kam er unter der Leitung der neuen Generaldirektorin Mercedes de Pablo 2004 wieder in die Gewinnzone und erreichte 2007 die bisherige Rekordbesucherzahl von 4,1 Millionen. 2007 brachte la Caixa die Beteiligung an PortAventura in seine neugegründete Holdinggesellschaft Criteria CaixaCorp S.A. ein. Nachdem PortAventura infolge der beginnenden Eurokrise im ersten Halbjahr 2009 14,4 Millionen Euro Verlust gemacht hatte und die Besucherzahl 2009 auf 3,3 Millionen gefallen war und die europäischen Mitbewerber wie Efteling, Europa Park, Tivoli Kopenhagen und Liseberg die "Kronprinzen" vom Disneyland Paris wurden, beteiligte sich Ende 2009 die Investmentgesellschaft Investindustrial des in Spanien lebenden italienischen Geschäftsmanns Carlo Bonomi am Park.

Im Zuge dieser Transaktion wurde das bisherige Unternehmen Port Aventura S.A. in zwei separate Gesellschaften aufgespalten. Der größte Teil der Grundstücke samt Golfplatz und Beachclub sowie ein Teil der Hotels ging an die Mediterranea Beach & Golf Resort S. A. (MBGRSA), die im Alleinbesitz von Criteria blieb, das seit 2011 als CaixaBank S.A. firmiert; die eigentlichen Vergnügungsparks und die übrigen Hotels gingen an die Port Aventura Entertainment S.A. (PAESA), an der Investindustrial im Wege der Kapitalerhöhung 50 % erwarb. In die BCN World würden daher der Beachclub und der Golfplatz einfliessen. Investindustrial übernahm auch das Management des gesamten Komplexes und kündigte für die nächsten vier Jahre Investitionen von 80 Millionen Euro für die Modernisierung und Erweiterung des Parks und neue Attraktionen an. 2010 übernahmen Fernando Aldecoa und Enrique Fontecha die Direktion des Parks. Nachdem MBGRSA seine verbliebenen Hotels im September 2012 an PAESA verkauft hatte, erwarb Investindustrial im November desselben Jahres auch die restlichen 50 % der Anteile an PAESA und wurde damit Alleineigentümerin von PortAventura. Ein Jahr darauf, am 6. Dezember 2013, gab PortAventura bekannt, dass die US-amerikanische Risikokapitalgesellschaft KKR mit Wirkung von Januar 2014 49,9 % an PAESA von Investindustrial übernimmt, das weiterhin mit 50,1 % beteiligt bleibt. Angestrebt wurde ein weiterer Ausbau des Vergnügungsparks und eine stärkere Internationalisierung der Klientel. Als erster Schachzug wurde die Errichtung der "Ferrari World" für 2015/2016 angekündigt. Aktuell ist dort die Eröffnung für Frühjahr/Sommer 2017 geplant. Seit Dezember 2015 heißt der größte spanische Freizeitpark nunmehr "PortAventura World".

Fast parallel zur Umbenennung zur "PortAventura World" ,gaben die Barcelona World Investoren Veremonte Group, La Caixa (ehemaliger Eigentümer vom PortAventura Resort) und Generalitat de Catalunya Anfang Dezember 2015 offiziell bekannt, dass das ursprüngliche Projekt nunmehr nur in stark abgespeckter Form ab Frühjahr 2017 in Angriff genommen wird.

Foto: Andrej Woiczik
Bald unter dem Label BCN Beach

BCN Beach

Der ehemalige PortAventura Beachclub ist schon seit 2011 im Eigentum der Investorengruppe und soll schon zur Sommersaison 2016 als BCN Beach World beworben und den Gästen zur Verfügung stehen.

BCN Village

Der ehemalige PortAventura Golfclub ist seit 2011 im Eigentum der Investorengruppe und soll schon zur Sommersaison 2016 als BCN Village World beworben und den Golfern zur Verfügung stehen. Die spanische Hotelkette Melia wird zwischen den Orten La Pineda und Salou drei neue Hotels bis Frühjahr 2018 errichten. Des Weiteren ist die Errichtung einer Shoppingmall bis Sommer 2018 nach derzeitigem Stand geplant. Aus dem ursprünglichen Megaprojekt auf 840 Hektar ist nunmehr nur noch ein Neuinvest auf 37 Hektar übrig geblieben. Dazu kommen noch die bereits bebauten Flächen von BCN Beach und der Golfplatz im BCN Village Bereich.

Auf Grund dessen, dass die rund 100 Mio. Euro teure Investition der US-amerikanische Risikokapitalgesellschaft KKR für das "FerrariLand" (ursprünglicher Projektname "Ferrari World") spätestens im Frühjahr/Sommer 2017 in Betrieb geht und es derzeit nicht rentabel ist einen dritten Themenpark direkt an die "PortAventura World" zu bauen, entschieden sich die BCN World Investoren auf den Bau des "Dreamwork- Europark" zu verzichten.

Quelle: Andrej Woiczik