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2020-05-25 17:35:53 - 1071 Aufrufe

„Jeder Gast benötigt dringend ein datiertes Online-Ticket“

Von Klaus Müller

Heide-Park-Chef Sabrina de Carvalho: „Wir sind bestens aufgestellt“- Heide Park startet in die neue Saison mit strengen Sicherheitsvorschriften

Mit dem Heide Park Resort in Soltau hat am Montag einer der ersten großen deutschen Freizeitparks seine Pforten wieder öffnen dürfen. „Wir sind glücklich und zufrieden, dass es wieder losgeht,“ sagt Stephen Nugnis, der Qualitätsmanager des Parks, als wir mit ihm durch die weitläufige Anlage gehen. Es ist sehr still im Park. Das Management sucht einen ruhigen, mehr sicheren Beginn der neuen Saison, hat alles dafür getan, dass die vorgeschriebenen Hyienemaßnahmen sofort greifen können, will leise starten. Und das ist dem Park an diesem mehr diesigen Montag auch gelungen. Sie haben ihren ersten Corona-Tag mit Bravour bestanden.

Parkchefin Sabrina de Carvalho hat mit ihrem Team akribisch darauf hingearbeitet. In einem Gespräch mit unserer Zeitung sagt sie: „Wir sind bestens vorbereitet und haben uns der Situation optimal angepasst. Die Öffnung unseres Resorts ist an Auflagen gebunden. Zur Minimierung des Infektionsrisiko haben wir gezielte, teilweise von der Regierung verordnete Maßnahmen ergriffen, wie Maskenpflicht in den Attraktionen, Wartebereichen, Shops und Abstandsregelungen von 1,5 Metern.“ Aus diesem Grund hätte man auch die Besucherkapazität angepasst. Jeder Gast benötige zwingend ein datiertes Online-Ticket. Informationen dazu gibt es im Internet-Auftritt des Parks.

„Unsere Mitarbeiter stehen jedem Gast bei Fragen jederzeit gerne zur Verfügung“, so die Geschäftsführerin des Resorts. „Wir blicken nun optimistisch in die neue Saison und freuen uns auf viele glückliche Gäste.“ Sicherlich werde der Besuch eines Freizeitparks in diesen Zeiten anders sein als gewohnt. Der Park bitte alle Besucher, sich vor ihrem Aufenthalt im Heide Park dringend auf der Homepage über Auflagen und Änderungen zu informieren, empfiehlt Sabrina de Carvalho.

Foto: Andrej Woiczik

Marcel Neitzel ist neuer Hotelchef des Abenteuerhotels im Heide Park- „Dass ich kurz vor Corona in dieses wunderschöne Hotel bei diesen aktuellen Bedingungen kommen musste, habe ich nicht gedacht. Aber wir tun alles, um unsere Gäste auch in Corona-Zeiten zu verwöhnen.“ 200 Übernachtungen hat er heute, ein guter Start. „Wir haben alles vorbereitet, haben die Tische weit auseinandergestellt und halten die gesamte Speisekarte bereit.“ Nur das Buffet wird es nicht geben, und das Badeland wird auch geschlossen bleiben. In den sanitären Bereich ist das Hotel sowieso schon seit Jahren erstklassig. Der neue Hotel-Chef kommt aus Hamburg, her bei den Lindner-Hotels gearbeitet, ist "5 Sterne"-erfahren und steht trotzdem vor einer Aufgabe, die er so noch nicht hatte. Aber sagt auch: „Wir packen das.“

Leichte Aufbruchstimmung bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auch im Park. Endlich geht es wieder los. Hübsch sehen die Gartenanlagen aus, vieles an Fahrgeschäften ist aktiv. Aber eben mit strengsten Sicherheitsvorkehrungen. ABSTAND ist auch hier das wichtigste Wort, die Mundmaske in den Fahrgeschäften, in Räumen und auf den Toiletten. Jedes Mal, wenn beispielsweise Big Loop seine Fahrt absolviert hat, werden die Sitze desinfiziert. Auch in den anderen Bahnen, die am Montag fahren. Das dauert länger, hat aber einen tiefen Sinn. Und die Besucher reagieren verständig. Aus Oldenburg ist ein junger Fan nach Soltau gekommen, sagt, dass er es versteht, dass man nun mehr Wartezeiten hat, dass man mit dem Abstand aufpassen müsse und dass beispielsweise Ghostbusters nicht fährt, weil die Bahn überdacht ist. Einzig schade sei, dass Colossos auch keine Runde drehen kann, denn beim Einfahren in die Saison, beim Test, war ein Fehler aufgetreten, der erst einmal behoben werden muss.

Der Park hat für das verminderte Angebot seinen Eintrittspreis gesenkt, möchte seinen Beitrag dazu leisten, dass es trotzdem, trotz Corona, ein Erlebnis bleibt, nach Soltau in den größten norddeutschen Freizeitpark zu kommen. Eine Familie mit Kindern aus Ahrensburg sitzt irgendwo auf einer Parkbank, hat sich von einem der Imbißbereiche etwas geholt und frühstückt in aller Ruhe. „Ja, wir finden es gar nicht einmal so schlecht, dass nicht so viele Leute im Park sind. Aber trotzdem bleibt ein etwas mulmiges Gefühl.“ Sie werden wiederkommen, trotz aller Einschränkungen, wollen „Heide Park pur“ erleben und glauben daran, dass es bald wieder aufwärts gehen wird.

Stephen Nugnis führt uns auch zu einer Baustelle im Park, unterhalb des Aussichtsturmes. „Wir bauen hier eine neue Toilettenanlage. Für uns geht es weiter. Wir haben ein Ziel, ein gutes, dass wir auch in diesem Jahr erreichen wollen.“ Und sammelt selbst Müll auf, sieht zu, dass Park auch in diesen Zeiten seinen Charme nicht verliert.

Quelle: Klaus Müller