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2019-12-08 11:13:52 - 2525 Aufrufe

Für 100 Millionen: Karls baut überregionalen Freizeitpark weiter aus

Von Andrej Woiczik

Vor gut 1,5 Jahren präsentierte Inhaber Robert Dahl in einer Pressekonferenz eine der größten Investitionen der kommenden Jahren in deutschen Freizeitparks, welche außerhalb der „Berlin Area“ aber kaum wahrgenommen wurde und Karls Erlebnis-Dorf in Elstal in die Belle Etage der nationalen Freizeitparks katapultieren wird. Am 09.11.2019 wurden die Pläne in den Berliner und Brandenburger Printmedien näher ausgeführt und am 7.12. konnte unser Redakteur Andrej sich vor Ort ein Bild von dieser 100 Millionen Investition machen.

Im Havelland soll eine neue Attraktion für Familien entstehen – das „Erdbeerland“. 100 Millionen Euro will das Unternehmen Karls in das Projekt stecken. Der neue Freizeitpark soll zum 100. Geburtstag von Karls im Jahr 2021 eröffnen.

Das Erdbeerland

In direkter Nachbarschaft von Karls Erlebnis-Dorf in Elstal wächst ein Feriendorf, welches es bislang in Deutschland nicht gibt, aus dem Boden. Inhaber Robert Dahl nennt es „Erdbeerland“. Nach dem erfolgreichen Start des Erlebnis-Dorfes an der B5 in Elstal, nahe der Berliner Stadtgrenze, im Mai 2014 soll nun auf dem ehemaligen Gelände der Löwenkaserne ein großer Freizeitpark mit mehreren kleinen unterschiedlich ausgerichteten Themenhotels und Unterkünften für bis zu 2000 Menschen, einem Badesee und Läden entstehen. Dazu werden zahlreiche Fahrattraktionen, darunter drei große „Anziehungs-Attraktionen, gebaut werden.

Ein Badesee, Unterkünfte und Themenhotels

Dazu hat Dahl die etwa 46 Hektar große Fläche vor 2 Jahren von der Brandenburgischen Bodengesellschaft erworben. Bis 2024 werden 80 Hektar zum Karls Erlebnis-Dorf in Elstal gehören, welche den Freizeitpark nahe Berlins zu den größten Freizeitparks in Deutschland hieven werden. „Über die Kaufsumme wurde Stillschweigen vereinbart“, erklärte der Inhaber in der damaligen Pressekonferenz und ergänzte: „Es war nicht billig.“ „Wir denken, dass wir etwa 100 Millionen Euro in den nächsten zehn Jahren in das Erdbeerland investieren werden.“, so Dahl in einem Interview zu den Ausbauplänen des Erlebnis-Dorfs. Dazu gehöre auch die Munitionsberäumung und Bodenuntersuchung. Alles soll nach und nach erfolgen. Seit einigen Monaten sind die Arbeiten daran zu erkennen und zahlreiche alte Kasernen wurden bereits abgerissen. Sein Ziel und Wunsch sei es, den ersten Bereich im Jahr 2021 zu eröffnen, weil dann das Familienunternehmen seinen 100. Geburtstag feiert.

Foto: Andrej Woiczik
Das Marmeladenland ist z.Z. noch in Entstehung und wird am 31. Januar 2020 seine Tore öffnen.

Wie Robert Dahl immer wieder betonte, werde an den Details des Ferienparks täglich weiter gearbeitet. In dem Familienresort sind dörfliche Erlebnisbereiche mit Attraktionen wie einem Spielstall oder einer Erlebnisgastronomie mit landestypischen Spezialitäten geplant. Entlang der 400 Meter langen Erdbeerpromenade sollen die Gäste vorbei an kleinen Läden spazieren, in denen Handwerksfamilien ihre Produkte präsentieren. In einer Badescheune können sie Wellnessangebote nutzen, im Sommer im Badesee mit Ostsee-Sandstrand schwimmen. Durch bauliche Beschränkungen seitens des Landes Brandenburg dürfen keine Fahrgeschäfte über 40 Meter gebaut werden, so konnte u.a. die geplante Achterbahn RES Roller Ball (wie die Wilde Hilde im Schwaben-Park) nicht gebaut werden. Kreative Ideen werden aber derzeit entwickelt um dennoch eine große Wasserachterbahn den Gästen zur Eröffnung 2021 präsentieren zu können. Um die 1,5 Millionen Besucher kamen 2019 nach Elstal und in Sommermonaten oder in der Halloweensaison betrug an etlichen Tagen die Besucherzahl über 15.000 pro Tag in dem beliebten Freizeitpark. Bei der K2-Achterbahn lagen die Wartezeiten bei bis zu 90 Minuten.

Marmeladenland und die 5. Eiswelt

Am 31.01.2020 eröffnet Karls Marmeladenland mit u.a. zwei Fahrattraktionen (Verrückte Kaffeetafel und Marmeladen-Karussell). Zuvor wurde am 06.12 Deutschlands größte Eisfigurenausstellung eröffnet. Unter dem Titel „Asien – Ferner Osten ganz nah“ eröffnete am 6. Dezember 2019 die 5. Eiswelt Elstal im „DAS EISWERK“ von Karls Erlebnis-Dorf. Auf einer Fläche von 2.000 Quadratmetern versetzen an 19 Stationen bezaubernde Eislandschaften aus 300 Tonnen Eis Besucher ins Staunen. Ergänzt wird die mit Licht- und Musikeffekten inszenierte Ausstellung um geeiste Rutschen und eine asiatische Eisbar, die wärmende Feuerzangenbowle, Erdbeer-Glühwein oder -Limes anbietet. Die 5. Eiswelt in Karls Erlebnis-Dorf Elstal ist bis November 2020 täglich von 9.00 Uhr bis 19.00 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 8,50 Euro für Erwachsene und 6,50 Euro für Kinder (Tages- und Jahreskarteninhaber gratis).

Insgesamt 19 Stationen aus Eis und Schnee warten darauf, entdeckt zu werden. Es geht vorbei an den tönernen Kriegern des Kaisers von China und dem Adlerjäger vom Altai, zu alten Kulturen in Sibirien und nach Himeji, einer historischen Burgstadt im Süden Japans. Natürlich dürfen auch die bekannten Shaolin-Mönche, mächtige Elefanten und knatternde Tuk-Tuks nicht fehlen. Einen ganz besonderen Höhepunkt markiert „Long“, ein Glücksdrache, der extra für die Eiswelt aus China ins brandenburgische Elstal gebracht wurde.

Neuer Rekord: 26 Künstler aus zehn Ländern am Werk

Unter der künstlerischen Leitung von Othmar Schiffer-Belz, der seit dem Jahr 2004 mehr als 20 Eis-, Schnee- und neun Sandfiguren-Ausstellungen von Karls Erlebnis-Dörfern inszeniert hat, haben in Elstal insgesamt 26 Künstler aus zehn Ländern mitsamt 20 polnischen Helfern die Figuren und Geschichten aus Eis entworfen. Unter den dicken Eisweltparkas versteckte sich mit Angelito Baban von den Philippinen der amtierende Weltmeister im Eisschnitzen, der sich 2019 bei den World Ice Championships in Alaska beim sogenannten Multiblock-Wettbewerb gegen die Schnitzelite durchsetzte. Aber auch viele seiner Konkurrenten, die ebenfalls reichlich mit Titeln dekoriert sind, machten sich an die Arbeit. Das jakutische Team um Egor Stepanov und Aleksei Andreev hat bereits zwei große Eis-Festivals und den Kanada-Cup gewonnen. Erstmals im Einsatz für Karls Eiswelt waren die chinesischen Künstler Ju Hailong und Zhang Xing, welche aus der Stadt Harbin, wo jährlich das weltgrößte Eisfestival stattfindet, anreisten.

Doch nun wieder zurück zu den Ausbauplänen.

Foto: Andrej Woiczik
Große Schilder informieren Besucher über die CO2-freundlichen Alternativen zur Anreise mit dem Auto.

Derzeit werden die meisten der alten Kasernen, die nicht unter Denkmalschutz stehen abgerissen, um das Erdbeerland zum Leben zu erwecken. Lediglich der weiße Löwenturm, der mit etwa 30 Metern auch das höchste Gebäude auf dem Gelände ist, bleibt erhalten. Dort wird ein Museum mit der Geschichte des Geländes eingerichtet. Das Wahrzeichen der Löwenkaserne, eine steinerne Löwin, soll auf jeden Fall zurückkehren, versprach Robert Dahl.

Kasernen sollen abgerissen werden

Die Gemeinde Wustermark hatte die Figur im Jahr 2015 abholen lassen und damit vor weiteren Zerstörungen und dem Verfall gesichert. „Die Gemeinde hat uns seit zwei Jahren immer wieder gedrängt, doch auf dem Kasernengelände etwas zu machen“, so Robert Dahl. Auch bei den Behörden habe Wustermark sich für die Entwicklung dieses Standortes eingesetzt. „Genauso aber hat der Bürgermeister darauf aufmerksam gemacht, ein Konzept für die Verkehrsanbindung zu machen. Das wird jetzt im Zusammenhang mit dem Raumordnungsverfahren erledigt, welches in wenigen Tagen abgeschlossen sein wird“, so Dahl. Im Gespräch ist eine Aufweitung der Abfahrt von der B5 und ein Ausbau des Knotens an der Straße „Zum Erlebnis-Dorf“. Im Gegensatz zum Europa-Park oder Heide Park ist Karls Erlebnis-Dorf erstklassig mit den öffentlichen Verkehrsmitteln aus Potsdam und Berlin zu erreichen.

Karls Entwicklung zeigt Anleihen vom amerikanischen Freizeitpark Knott’s Berry Farm. Die Entwicklung erinnert an Knott’s Berry Farm im Jahr 1969. Bis zum derzeitigen kalifornischen Freizeitpark ist aber noch ein sehr langer Weg, aber der erste Schritt (von noch vielen weiteren) ist getan. Spätestens 2023 wird Karls Erdbeerland, zumindest in Bezug auf die Fläche, zu den größten Freizeitparks in Deutschland gehören und dann wird sicher auch außerhalb der „Berlin Area“ dieser Freizeitpark wahrgenommen. Nur eines wird sicher bleiben. Thrillseeker müssen weiter nach Soltau oder Brühl reisen um ihre Fantasien auszuleben. Zwar werden 2023 mindestens 30 Fahrgeschäfte im Erdbeerland vorhanden sein, aber mehr als 4-5 Großattraktionen werden nicht die Besucher begeistern. Das Gesamterlebnis mit Shopping, Familien Entertainment und vielen Erlebnisrestaurants wird auch in Zukunft beibehalten.

2023 könnten dann über 2-2,5 Millionen Besucher pro Jahr ins Elstal kommen.

Quelle: Andrej Woiczik